PFLEGEN ZU HAUSE
Diese Informationen wurden Ihnen von dem Projekt PfiFf – Pflege in Familien fördern der AOK Nordost - Die Gesundheitskasse am 03.07.2026 15:19 bereitgestellt.
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Ein gesunder Schlaf gehört zu den Grundbedürfnissen und -funktionen des Körpers. Die Dauer des nächtlichen Schlafes ist individuell verschieden. Erwachsene benötigen meist etwa 7 bis 9 Stunden Schlaf pro Nacht; bei Menschen ab 65 Jahren werden häufig etwa 7 bis 8 Stunden empfohlen. Der individuelle Bedarf kann davon abweichen. Der Schlaf besteht aus Schlafzyklen, die sich mehrmals pro Nacht wiederholen. Innerhalb eines Zyklus lassen sich zwei Schlafarten unterscheiden: der REM-Schlaf und der Non-REM-Schlaf. Der REM-Schlaf hat seinen Namen von den schnellen Augenbewegungen (Rapid Eye Movement) und wird häufig auch als „Traumschlaf“ bezeichnet. Im Non-REM-Schlaf wechseln sich Leicht- und Tiefschlafphasen ab. Zu Beginn des Non-REM-Schlafs lassen Muskelspannung und Augenbewegungen nach, und es kommt manchmal zu zuckenden Muskelbewegungen. Nach und nach wird der Schlaf tiefer. Im Tiefschlaf reagieren Schlafende nur noch eingeschränkt auf äußere Störungen. In den Leichtschlafphasen kommt es immer wieder zu kurzen Aufwachmomenten, die gesunde Schlafende meist nicht bewusst wahrnehmen.
Hierfür sind zwei Regulationsmechanismen verantwortlich, die vor allem abends eine starke Wirkung entfalten. Die Schlafregulation des Körpers (Schlaf-Homöostase) beschreibt die zunehmende Müdigkeit, die bei anhaltender Wachheit entsteht. Die innere biologische Uhr des Menschen (zirkadianer Rhythmus) steuert einen 24-Stunden-Rhythmus durch interne und externe Zeitgeber. Dadurch werden Schlaf und Wachsein mit dem Licht-Dunkel-Wechsel abgestimmt. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem (Schlaf-)Hormon Melatonin zu, das nur bei Dunkelheit, also normalerweise nachts, ausgeschüttet wird. Da sich die Produktion von Melatonin an den Lichtverhältnissen orientiert, ist Licht der wichtigste externe Zeitgeber für den zirkadianen Rhythmus. Helligkeit in der Nacht kann daher die Ausschüttung von Melatonin hemmen. Umgekehrt führt der Aufenthalt in Räumen mit schlechten Lichtverhältnissen am Tag zu einer unerwünschten Wirkung, nämlich Müdigkeit und Schläfrigkeit.
Für ältere Menschen werden häufig 7 bis 8 Stunden Schlaf empfohlen; einzelne Menschen kommen mit etwas weniger oder mehr aus. Mit zunehmendem Alter verändern sich jedoch häufig Qualität und Stabilität des Schlafes.
Zu den wichtigsten altersbedingten Schlafveränderungen gehören folgende Phänomene:
Guter Schlaf sorgt auch im Alter für die Erholung von Körper und Geist. Er stärkt Funktions- und Leistungsfähigkeit, Wohlbefinden und Stimmung. Darüber hinaus unterstützt er die Gedächtnisfunktion und hilft neue Informationen aufzunehmen und zu verarbeiten.
Erfahren Sie mehr zu den Themen Schlafstörungen im Alter, Selbstpflege und nichtmedikamentöse Maßnahmen auf PfiFf-Themenblatt Nr. 2a, 2b und 2c.
Literaturnachweis:
Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM): S3-Leitlinie Insomnie bei Erwachsenen, AWMF-Registernummer 063-003, Update 2025.
Garms-Homolová, V. & Flick, U. (2013): Schlafstörungen im Alter. Risikofaktoren und Anforderungen an Behandlung und Pflege. Göttingen: Hogrefe Verlag.
Garms-Homolová, V. (2016): Schlaf- und Wachstörungen bei alten Menschen. Aktuelles Wissen für wirkungsvolle Interventionen. Hannover: Schlütersche Verlagsgesellschaft.
Riemann D et al. (2023) The European Insomnia Guideline: An update on the diagnosis and treatment of insomnia 2023. Journal of Sleep Research, 32(6): e14035. doi: 10.1111/jsr.14035. PMID: 38016484.
Fachliche Beratung:
Dr. Silke Migala, Deutsches Zentrum für Altersfragen