DER ENT­LASTUNGS­BETRAG

VORAUSSETZUNGEN UND HÖHE DER LEISTUNGEN

Alle pflegebedürftigen Personen der Pflegegrade 2 bis 5 in häuslicher Pflege können ergänzend zu den regulären ambulanten Pflegeleistungen (Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Kombinationsleistungen, Tagespflege) Leistungen im Rahmen des sogenannten Entlastungsbetrages erhalten. Hierfür steht ein Budget von 125,00 EUR monatlich zur Verfügung.

Auch die pflegebedürftigen Personen des Pflegegrades 1 können den Entlastungsbetrag in Höhe von 125,00 EUR monatlich nutzen.

WELCHES VERFAHREN GILT FÜR DIE AUSZAHLUNG DES ENTLASTUNGSBETRAGES?

Die Kosten für die gewünschten und in Anspruch genommenen Maßnahmen werden nach Vorlage der Rechnungen für die gesetzlich definierten Leistungen von der Pflegekasse erstattet. Alternativ kann auch der Leistungserbringer die Leistungen direkt bei der Pflegekasse abrechnen. Hierfür ist eine sogenannte Abtretungserklärung erforderlich, mit dem die pflegebedürftige Person ihren Leistungsanspruch über den Entlastungsbetrag an den Leistungserbringer abtritt. Den Leistungserbringern ist das Verfahren in der Regel bekannt.

FÜR WELCHE LEISTUNGEN KANN DER ENTLASTUNGSBETRAG KONKRET EINGESETZT WERDEN?

Mit dem Budget des Entlastungsbetrages können folgende Angebote genutzt werden:

  • Aufstocken der Regelleistung Kurzzeitpflege oder Erstattung von Eigenanteilen im Rahmen der Kurzzeitpflege (Pflegegrade 2 bis 5) oder Inanspruchnahme der Kurzzeitpflege wegen fehlender Regelleistung (Pflegegrad 1)
  • Aufstocken der Regelleistung teilstationäre Pflege oder Erstattung von Eigenanteilen im Rahmen der teilstationären Pflege oder Inanspruchnahme der teilstationären Pflege wegen fehlender Regelleistung (Pflegegrad 1)
  • Leistungen der ambulanten Pflegedienste im Sinne der Pflegesachleistung (in den Pflegegraden 2 bis 5 sind Leistungen aus dem Bereich der Selbstversorgung ausgeschlossen)
  • nach Landesrecht anerkannte alltagsunterstützende Angebote (Betreuungsangebote, Angebote zur Entlastung der Pflegepersonen, Angebote zur Entlastung im Alltag)

Welche Leistungserbringer konkret in Ihrer Region mit welchen Angeboten verfügbar sind, finden Sie in den unten stehenden weiterführenden Links. Auch Ihre Pflegekasse oder die Pflegestützpunkte halten hierzu Informationen bereit.

GUT ZU WISSEN

Restbeträge aus dem Budget der zusätzlichen Betreuungs-/Entlastungsleistungen, die am Ende eines Kalenderjahres noch nicht verbraucht sind, können in das Folgejahr übertragen werden und noch bis zum 30.06. genutzt werden. Die Ansprüche aus dem Jahr 2019 können bspw. noch bis zum 30.06.2020 genutzt werden. Besonderheit aufgrund der Corona-Pandemie: Es gilt für die Inanspruchnahme der Beträge aus dem Jahr 2019 eine verlängerte Frist bis 30.09.2020.

Lassen Sie Ihre Leistungen nicht verfallen! Ihre Pflegekasse kann Ihnen Auskunft darüber geben, welche Ansprüche konkret verfügbar sind.

VERWENDUNG DES PFLEGESACHLEISTUNGSBETRAGES FÜR NACH LANDESRECHT ANERKANNTE ANGEBOTE

Pflegebedürftige Personen der Pflegegrade 2 bis 5 können zusätzlich bis zu 40 % des Pflegesachleistungsbetrages für nach Landesrecht anerkannte alltagsunterstützende Angebote nutzen, soweit für die entsprechenden Leistungsbeträge keine ambulanten Pflegesachleistungen bezogen wurden.

Unser Tipp:

Lassen Sie sich hierzu von Ihrer Pflegekasse oder einem Pflegestützpunkt beraten. Dies ist wichtig, um die jeweiligen Auswirkungen auf die Höhe des Pflegegeldes zu kennen.

AKTUELLE INFORMATIONEN ZUR EINDÄMMUNG DER INFEKTIONEN MIT DEM NEUARTIGEN CORONAVIRUS (COVID-19)

Im Land Brandenburg können die nach Landesrecht anerkannten alltagsunterstützenden Angebote vorübergehend bis zum 30.09.2020 telefonisch oder digital in Anspruch genommen werden.

In Berlin wurden alle nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag zunächst befristet bis zum 30.09.2020 auf hauswirtschaftliche Unterstützungsleistungen und individuelle Hilfen im Alltag erweitert.

Für alle Pflegebedürftigen der Pflegegrade 1 bis 5 gilt:

Die Frist für die Inanspruchnahme der Restbeträge aus dem Budget der zusätzlichen Betreuungs-/Entlastungsleistungen wurde für das Kalenderjahr 2019 auf den 30.09.2020 verlängert. Die Beträge verfallen insofern nicht schon am 30.06.2020.

Für alle Pflegebedürftigen des Pflegegrades 1 gilt seit dem 23.05.2020:

Sofern Sie die bisherigen Leistungen, die Sie über den Entlastungsbetrag erhalten haben, durch die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie nicht nutzen können (zum Beispiel durch die Schließung der Tagespflegen oder Wegfall von alltagsunterstützenden Angeboten), haben Sie die Möglichkeit, ab dem 23.05.2020 verstärkt die Hilfe von Bekannten, Freunden, Nachbarn in Anspruch zu nehmen und die Kosten hierfür bei der Pflegekasse einzureichen. Dies gilt bis 30.09.2020.

Weiterführende Links