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Gesundheitskasse am 27.08.2025 17:04 bereitgestellt.
Wörtlich übersetzt bedeutet Ulcus „Geschwür“ und cruris „Unterschenkel“. Ein Ulcus cruris ist also ein Geschwür am Unterschenkel, umgangssprachlich auch als „offenes Bein“ bezeichnet.
WIE ENTSTEHT EIN ULCUS CRURIS?
Viele Menschen im fortgeschrittenen Alter entwickeln Probleme mit verengten Arterien oder Venen. Durch arterielle oder venöse (oder kombinierte) Gefäßschädigungen kann die Durchblutung unzureichend sein, was im ungünstigsten Fall zur Bildung eines Ulcus cruris führt.
Die drei häufigsten Formen sind:
Ulcus cruris venosum – venös bedingt
Ulcus cruris arteriosum
– arteriell bedingt
Ulcus cruris mixtum – sowohl venös als auch arteriell bedingt
Ein venös-bedingtes Ulcus cruris entsteht meist durch eine chronische Venenschwäche (chronisch-venöse Insuffizienz, CVI). Eine Funktionsstörung der Venenklappen behindert den Blutrückfluss aus den Beinen zum Herzen. Das Blut staut sich in den Unterschenkeln, Ödeme entstehen, der Druck im Gewebe steigt und die Haut wird minderdurchblutet – ein Ulcus cruris bildet sich.
Typische Symptome:
Bräunliche bis gelbliche Hautverfärbungen
Weißliche Hautstellen
Krampfadern und Besenreiser
Geschwollene Fußknöchel und Unterschenkel (vor allem abends)
Kribbeln, Spannungsgefühl in den Beinen
Wadenkrämpfe (vor allem nachts)
Beinschmerzen nach längerem Sitzen oder Stehen
Risikofaktoren:
Höheres Lebensalter
Bewegungsmangel
Adipositas
Tiefe Beinvenenthrombose
Diabetes mellitus
Verletzungen oder Traumata
Oberflächliche Venenentzündung
Ein arteriell-bedingtes Ulcus cruris entsteht meist durch eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK, Schaufensterkrankheit). Die Arterien sind verengt, die Durchblutung des Gewebes eingeschränkt. Besonders bei Belastung, z. B. Laufen, treten Beschwerden auf.
Typische Symptome:
Schmerzen bei Bewegung
Blasse bis bläuliche Hautverfärbungen
Kältegefühl in den Beinen
Nagelveränderungen
Risikofaktoren:
Fettstoffwechselstörungen
Rauchen
Bluthochdruck
Diabetes mellitus
Übergewicht
Manchmal sind sowohl Venen (CVI) als auch Arterien (pAVK) betroffen. In diesem Fall spricht man von einem Ulcus cruris mixtum. Betroffene zeigen Symptome beider Formen, und die Behandlung muss beide Ursachen berücksichtigen.
Diese Form kombiniert die Beschwerden beider Ursachen.
Typische Symptome:
Schmerzen in Ruhe und bei Belastung
Blasse bis bläuliche Hautverfärbungen kombiniert mit bräunlichen Flecken
Schwellungen der Beine
Kältegefühl, Kribbeln, Spannungsgefühle
Nagelveränderungen
Risikofaktoren:
Alle Faktoren der venösen und arteriellen Form
Bewegungsmangel
Höheres Lebensalter
Frühere Venenthrombosen oder Venenentzündungen
WELCHE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN GIBT ES?
Die Behandlung richtet sich nach der individuellen Situation und erfolgt in Abstimmung zwischen Arzt, Wundspezialisten, Pflegefachkraft, Betroffenen und pflegenden Angehörigen. Sowohl die Wunde als auch die Grunderkrankung müssen behandelt werden.
Mögliche Behandlungsmethoden:
Wundversorgung
Kompressionstherapie
Medikamentöse Therapie
Chirurgische Wundbehandlung
Regelmäßige Wundpflege und -dokumentation sind dabei zentral.
KOMPRESSIONSTHERAPIE
Die Kompressionstherapie ist ein wichtiger Bestandteil bei venös-bedingtem Ulcus cruris. Voraussetzung ist eine gesicherte Diagnose. Druckhöhe und Methode werden individuell auf die Betroffenen abgestimmt. Aufklärung, Schulung und Anleitung von Betroffenen und Angehörigen sind entscheidend für die korrekte Umsetzung.
Kompressionsverbände oder individuell angepasste Kompressionsstrümpfe lindern Schmerzen, reduzieren Schwellungen und unterstützen die Heilung.
Die Behandlung chronischer Wunden kann belastend sein. Eine aktive Mitarbeit der Betroffenen, kombiniert mit fachgerechter Begleitung, ist entscheidend für den Heilungserfolg und kann das Leiden spürbar verringern.