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DEPRESSION IM ALTER

WAS IST EINE DEPRESSION IM ALTER?

Eine Depression ist eine Erkrankung der Seele. Sie zeigt sich durch eine länger anhaltende gedrückte Stimmung, Interessenverlust und Antriebslosigkeit.

Eine Depression ist nicht einfach Traurigkeit. Betroffene können sich meist nicht allein daraus befreien.

Tritt eine Depression bei Menschen ab etwa 65 Jahren auf, spricht man häufig von einer Depression im Alter.

WIE ENTSTEHT EINE DEPRESSION IM ALTER?

Eine Depression kann in jedem Lebensalter auftreten. Im Alter wird sie jedoch manchmal spät erkannt, weil Beschwerden häufig mit körperlichen Erkrankungen, Schmerzen, Einsamkeit oder dem Alterungsprozess verwechselt werden.

Mehrere Ursachen können zusammenwirken, zum Beispiel:

  • körperliche Erkrankungen
  • chronische Schmerzen
  • Verluste von nahestehenden Menschen
  • Einsamkeit
  • nachlassende Selbstständigkeit
  • bestimmte Medikamente
  • Veränderungen im Gehirnstoffwechsel
  • belastende Lebensereignisse

WELCHE RISIKOFAKTOREN GIBT ES?

Das Risiko für eine Depression im Alter kann erhöht sein durch:

  • chronische Erkrankungen
  • Schmerzen
  • körperliche Einschränkungen
  • Pflegebedürftigkeit
  • Demenz oder beginnende Gedächtnisprobleme
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Krebs oder andere schwere Erkrankungen
  • Nährstoffmangel
  • Einnahme bestimmter Medikamente
  • Verlust von Partnerin, Partner, Angehörigen oder Freunden
  • Einsamkeit
  • Angst vor Krankheit, Abhängigkeit oder Tod

WELCHE KRANKHEITSZEICHEN GIBT ES?

Eine Depression im Alter kann sich seelisch und körperlich zeigen.

Mögliche Krankheitszeichen sind:

  • anhaltende Niedergeschlagenheit
  • Interessenverlust
  • Antriebslosigkeit
  • sozialer Rückzug
  • Gefühle von Hilflosigkeit, Schuld oder Angst
  • negative Gedanken
  • Konzentrationsprobleme
  • Schlafstörungen
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Appetitlosigkeit oder Gewichtsverlust
  • innere Unruhe oder Reizbarkeit
  • Schmerzen ohne klare körperliche Ursache
  • Schwindel, Kopf-, Rücken-, Magen- oder Darmbeschwerden

Manche Beschwerden können einer Demenz ähneln. Deshalb ist eine ärztliche Abklärung wichtig.

DEPRESSION ALS NOTFALL: SUIZIDGEDANKEN ERNST NEHMEN

Eine Depression kann lebensbedrohlich werden, wenn Suizidgedanken auftreten.

Holen Sie sofort Hilfe, wenn die betroffene Person:

  • äußert, nicht mehr leben zu wollen
  • davon spricht, sich etwas anzutun
  • sich stark zurückzieht
  • Abschied nimmt oder persönliche Dinge regelt
  • plötzlich sehr hoffnungslos wirkt

Bei akuter Gefahr wählen Sie den Notruf 112.

WELCHE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN GIBT ES?

Depressionen sind behandelbar. Auch im höheren Lebensalter kann eine Behandlung gut helfen.

Mögliche Bestandteile der Behandlung sind:

  • ärztliche Abklärung
  • Psychotherapie
  • Medikamente, zum Beispiel Antidepressiva
  • Behandlung körperlicher Erkrankungen und Schmerzen
  • feste Tagesstruktur
  • Bewegung im Rahmen der Möglichkeiten
  • soziale Kontakte
  • Unterstützung durch Angehörige oder Fachkräfte

Bei älteren Menschen ist wichtig, mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten zu beachten.

PFLEGERISCHES MOTTO UND HINWEISE ZUR PFLEGE

Ein hilfreicher Grundsatz ist: „Dasein, ernst nehmen und kleine Schritte unterstützen.“

Betroffene brauchen Verständnis, Geduld und verlässliche Begleitung. Gut gemeinte Aufforderungen wie „Reiß dich zusammen“ helfen nicht und können zusätzlich belasten.

Hilfreich ist:

  • zuhören und ernst nehmen
  • nicht drängen oder beschämen
  • kleine erreichbare Schritte unterstützen
  • feste Tagesstrukturen fördern
  • zu Arztterminen begleiten, wenn gewünscht
  • bei der regelmäßigen Medikamenteneinnahme unterstützen
  • auf Essen, Trinken, Schlaf und Bewegung achten
  • Veränderungen der Stimmung ernst nehmen

Eine Depression kann den Alltag stark erschweren. Was hilft, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Der Austausch mit anderen Betroffenen oder Angehörigen kann entlasten. Selbsthilfegruppen und Beratungsangebote können helfen, die Erkrankung besser zu verstehen und mit Belastungen umzugehen.

Pflegende An- und Zugehörige sollten auch auf ihre eigene Gesundheit achten. Angehörige können unterstützen, sollten aber keine professionelle Behandlung ersetzen.

Hilfreich kann sein, gemeinsam zu überlegen, welche Unterstützung wirklich entlastet und welche Hilfe die betroffene Person annehmen möchte.

Angehörige sollten auf eigene Grenzen achten und rechtzeitig Unterstützung annehmen.

Dieser Text orientiert sich an der Nationalen VersorgungsLeitlinie „Unipolare Depression“, an Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde, an Informationen der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention sowie an pflegefachlichen Empfehlungen zur Unterstützung älterer Menschen mit Depression und ihrer Angehörigen.