Diese Informationen wurden Ihnen von dem Projekt PfiFf – Pflege in Familien fördern der AOK Nordost - Die
Gesundheitskasse am 30.06.2026 19:30 bereitgestellt.
Eine Herzinsuffizienz wird auch Herzschwäche genannt.
Dabei ist das Herz nicht mehr in der Lage, den Körper ausreichend mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. Das Herz arbeitet zwar weiter, seine Pumpkraft reicht jedoch nicht mehr aus, um den Bedarf des Körpers vollständig zu decken.
Herzinsuffizienz ist meist eine chronische Erkrankung. Mit einer guten Behandlung können Beschwerden oft gelindert und die Lebensqualität verbessert werden.
WIE ENTSTEHT EINE HERZINSUFFIZIENZ?
Eine Herzinsuffizienz entsteht meist als Folge anderer Erkrankungen.
Häufige Ursachen sind:
Bluthochdruck
Erkrankungen der Herzkranzgefäße
Herzinfarkt
Herzklappenerkrankungen
Herzrhythmusstörungen
Erkrankungen des Herzmuskels
Diabetes mellitus
Diese Erkrankungen können das Herz über viele Jahre belasten und seine Pumpfunktion schwächen.
WELCHE KRANKHEITSZEICHEN GIBT ES?
Die Beschwerden entwickeln sich häufig langsam.
Mögliche Krankheitszeichen sind:
Luftnot bei Belastung
Luftnot im Liegen
schnelle Erschöpfung
verminderte körperliche Belastbarkeit
Müdigkeit und Schwäche
Wassereinlagerungen an Füßen, Knöcheln oder Unterschenkeln
Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen
häufiges Wasserlassen in der Nacht
Husten, besonders nachts
hervortretende Halsvenen
Völlegefühl oder Appetitlosigkeit durch Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum
WELCHE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN GIBT ES?
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Herzinsuffizienz.
Wichtige Bestandteile sind:
regelmäßige ärztliche Kontrollen
individuell angepasste Medikamente
Behandlung der Grunderkrankungen
angepasste körperliche Aktivität
Gewichtsreduktion bei Übergewicht
salzbewusste Ernährung
gegebenenfalls Anpassung der Trinkmenge nach ärztlicher Empfehlung
Rauchstopp
möglichst geringer Alkoholkonsum
Die verordneten Medikamente sollten regelmäßig und wie verordnet eingenommen werden.
HERZINSUFFIZIENZ ALS NOTFALL
Bestimmte Beschwerden können auf eine akute Verschlechterung hinweisen.
Holen Sie sofort ärztliche Hilfe oder rufen Sie den Notruf 112 bei:
plötzlicher schwerer Atemnot
bläulichen Lippen oder Fingern
Brustschmerzen
Bewusstseinsstörungen
Kollaps oder Bewusstlosigkeit
PFLEGERISCHES MOTTO UND HINWEISE ZUR PFLEGE
Ein hilfreicher Grundsatz ist: „Veränderungen früh erkennen und Belastungen vermeiden.“
Wichtige Beobachtungen sind:
zunehmende Luftnot
neue oder zunehmende Wassereinlagerungen
rasche Gewichtszunahme
verminderte Belastbarkeit
Veränderungen der Hautfarbe
Schwindel oder Schwäche
verminderte Urinausscheidung
Eine tägliche Gewichtskontrolle, möglichst morgens nach dem Toilettengang und vor dem Frühstück, kann helfen, Wassereinlagerungen frühzeitig zu erkennen.
Bei einer plötzlichen Gewichtszunahme von mehr als 2 Kilogramm innerhalb weniger Tage sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Körperliche Aktivität ist wichtig, sollte aber an die Belastbarkeit angepasst werden.
Hilfreich sind:
regelmäßige Bewegung
ausreichend Pausen
Vermeidung von Überanstrengung
Unterstützung bei belastenden Tätigkeiten
feste Tagesstrukturen
Aktivitäten sollten möglichst so geplant werden, dass genügend Erholungsphasen möglich sind.
Eine ausgewogene Ernährung kann das Herz entlasten.
Hilfreich sind:
mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt
möglichst salzarme Ernährung
eiweißreiche Lebensmittel nach ärztlicher Empfehlung
Vermeidung sehr fettreicher oder schwer verdaulicher Speisen
keine großen Mahlzeiten kurz vor dem Schlafengehen
Bei der Flüssigkeitszufuhr sollten die ärztlichen Empfehlungen beachtet werden.
Hilfreich sind:
Getränke gleichmäßig über den Tag verteilen
Trinkmenge dokumentieren, wenn dies empfohlen wurde
bei starkem Durst kleine Schlucke trinken oder Eiswürfel lutschen
Viele Menschen mit Herzinsuffizienz schlafen besser mit leicht erhöhtem Oberkörper, da dies die Atmung erleichtern kann.
Hilfreich können sein:
eine bequeme Lagerung mit erhöhtem Oberkörper
regelmäßige Ruhephasen
angenehme Raumtemperatur
ausreichend frische Luft
ruhige Schlafumgebung
HINWEISE ZUR SELBSTPFLEGE
Die Begleitung eines Menschen mit Herzinsuffizienz kann körperlich und seelisch belastend sein. Achten Sie deshalb auch auf Ihre eigene Gesundheit.
Der Austausch mit anderen Betroffenen oder Angehörigen kann hilfreich sein. Selbsthilfegruppen, Herzsportgruppen oder Angebote der Deutschen Herzstiftung können Informationen, Austausch und Unterstützung bieten. Selbsthilfe kann helfen, mit der Erkrankung besser umzugehen. Sie ersetzt jedoch nicht die ärztliche Behandlung.
Hilfreich sind:
regelmäßige Erholungszeiten
Unterstützung durch Familie und Freunde
Beratung durch Pflegestützpunkte
Austausch mit anderen Angehörigen
ausreichend Schlaf und Bewegung
Wahrnehmen von Entlastungsangeboten
Nehmen Sie Unterstützung frühzeitig an. Das kann helfen, die eigene Gesundheit zu erhalten und die Begleitung langfristig zu erleichtern.