PFLEGEN ZU HAUSE

SEPSIS

WAS IST EINE SEPSIS?

Sepsis ist die schwerste Verlaufsform einer Infektion. Sie kann aus nahezu jeder Infektion entstehen, z. B. aus einer Grippe, Covid-19 oder einem Harnwegsinfekt.

Sepsis betrifft Menschen in jedem Alter – Kinder, junge Erwachsene, ältere Menschen und Hochbetagte. Bestimmte Lebensphasen, Vorerkrankungen oder Umstände können das Risiko jedoch erhöhen.

Sie zählt zu den häufigsten medizinischen Notfällen und Todesursachen in Deutschland.

Ein Großteil der Todesfälle und Langzeitfolgen kann verhindert werden – durch frühes Erkennen, Behandlung als Notfall und das möglichst wirksame Verhindern von Infektionen (Prävention).

WIE ENTSTEHT EINE SEPSIS?

Eine Sepsis entsteht, wenn der Körper eine Infektion nicht mehr wirksam begrenzen kann und Organe und Gewebe durch den Abwehrkampf des Körpers gegen die Infektion geschädigt werden.

Grundsätzlich kann jede Infektion zu einer Sepsis führen – unabhängig davon, ob sie durch Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten verursacht wird.

Beispiele sind:

  • Bakterielle Infektionen, z. B. Lungenentzündung, Harnwegsinfektion
  • Virusinfektionen, z. B. Grippe oder COVID-19
  • Pilzinfektionen, z. B. Candida – vor allem bei stark immungeschwächten Menschen
  • Parasiteninfektionen, z. B. Malaria

WELCHE KRANKHEITSZEICHEN GIBT ES?

Es gibt nicht das eine Symptom, das eindeutig für eine Sepsis spricht.

Da Sepsis immer durch eine Infektion ausgelöst wird, können Infektionszeichen wie Fieber oder Schüttelfrost vorhanden sein – sie können aber auch fehlen.

Eine schnelle erste Orientierungshilfe bietet der Quick-Check der Sepsis-Stiftung. (Der Quick-Check sollte immer in Kombination mit einer ärztlichen Einschätzung verwendet werden).

Abbildung Quick Check der Sepsis Stiftung
Abbildung Quick Check der Sepsis Stiftung, Foto: Sepsis-Stiftung

SOFORTIGE BEHANDLUNG ALS NOTFALL IST ENTSCHEIDEND!

Bei Sepsis ist eine schnelle Behandlung entscheidend.

Wenn die Warnzeichen für eine Sepsis nicht bekannt sind oder nicht ausreichend beachtet werden, kann Sepsis zunächst wie ein normaler Infekt wirken. Deshalb wird sie manchmal mit einer weniger schweren Erkrankung verwechselt und häufig zu spät als Sepsis erkannt und behandelt.

Deshalb ist es wichtig, den Verlauf der Beschwerden und mögliche frühe Anzeichen klar zu benennen. Fragen Sie aktiv nach: „Könnte es eine Sepsis sein?“

Bei Unsicherheit lieber frühzeitig handeln: Ein ungutes Gefühl kann ein wichtiger Hinweis sein, auch wenn der Grund unklar ist. Sagen Sie im Gespräch klar, wenn Sie selbst oder eine nahestehende Person das Gefühl haben: „Etwas stimmt nicht.“ Das kann helfen, rechtzeitig die passende Behandlung einzuleiten.

WELCHE RISIKOFAKTOREN GIBT ES?

Grundsätzlich kann jeder Mensch an einer Sepsis erkranken. Bestimmte Faktoren können das Risiko jedoch erhöhen.

Zum Beispiel:

  • Alter über 60 Jahre
  • Kinder unter 5 Jahren, besonders Babys unter 1 Jahr
  • Mütter in den ersten 90 Tagen nach der Geburt
  • Geschwächte Immunabwehr
  • Chronische Erkrankungen, z. B. Diabetes, Krebs
  • Unvollständiger Impfschutz, z. B. gegen Pneumokokken oder Grippe
  • Operation in den letzten 4 Wochen
  • Wunde
  • Katheter, z. B. in Blutgefäß oder Harnblase

PFLEGERISCHES MOTTO UND HINWEISE ZUR PFLEGE

Ein hilfreicher Grundsatz ist: „Veränderungen früh erkennen und Infektionen ernst nehmen.“

Die Erholung nach einer Sepsis kann lange dauern und verläuft von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Betroffene erleben die Folgen einer Sepsis sehr verschieden – in Art, Dauer und Ausprägung der Beschwerden. Die Folgen können körperlich, kognitiv oder psychisch sein und über Monate oder Jahre bestehen bleiben.

Manche Beschwerden sind schwer zu beschreiben oder werden nicht sofort mit der Sepsis in Verbindung gebracht.

Sepsis-Folgen können auch zeitverzögert auftreten. Eine gute Begleitung nach der Sepsis bedeutet: Beschwerden wahrnehmen, Unterstützung annehmen und der Erholung Zeit geben.

HINWEISE ZUR SELBSTPFLEGE

Die Begleitung eines Menschen mit Sepsis oder nach einer Sepsis kann körperlich und seelisch belastend sein.

Achten Sie deshalb auch auf Ihre eigene Gesundheit.

Hilfreich sind:

  • regelmäßige Pausen und Erholungszeiten
  • Unterstützung durch Familie, Freunde oder professionelle Hilfen
  • Beratung durch Pflegestützpunkte
  • Austausch mit anderen Angehörigen oder Selbsthilfegruppen
  • ausreichend Schlaf und Bewegung
  • Schutz vor Infektionen durch Hygiene und Impfungen
  • gute Behandlung eigener chronischer Erkrankungen

Gerade wenn pflegende Angehörige selbst zu einer Risikogruppe gehören, sind Eigenschutz, Impfungen und Hygiene besonders wichtig.

QUELLEN UND FACHLICHE GRUNDLAGE

Sepsis-Stiftung