Diese Informationen wurden Ihnen von dem Projekt PfiFf – Pflege in Familien fördern der AOK Nordost - Die
Gesundheitskasse am 17.07.2026 16:19 bereitgestellt.
Das diabetische Fußsyndrom, kurz DFS, ist eine häufige Folgeerkrankung von Diabetes mellitus.
Durch Schäden an Nerven und Blutgefäßen können Verletzungen an den Füßen unbemerkt bleiben und schlechter heilen. Dadurch können chronische Wunden entstehen.
WIE ENTSTEHT EIN DIABETISCHES FUSSSYNDROM?
Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker kann Nerven und Blutgefäße schädigen.
Häufig wirken mehrere Ursachen zusammen:
Nervenschäden (diabetische Neuropathie)
Durchblutungsstörungen der Beine und Füße
Druckstellen oder Fehlbelastungen
eingeschränkte Beweglichkeit
ungeeignetes Schuhwerk
Kleine Verletzungen werden oft nicht bemerkt und können sich zu schwer heilenden Wunden entwickeln.
WELCHE RISIKOFAKTOREN GIBT ES?
Ein erhöhtes Risiko besteht zum Beispiel bei:
langjährigem Diabetes mellitus
dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten
Nervenschäden
Durchblutungsstörungen
Fußfehlstellungen
früheren Fußwunden
Rauchen
eingeschränkter Sehfähigkeit
eingeschränkter Beweglichkeit
WELCHE KRANKHEITSZEICHEN GIBT ES?
Mögliche Anzeichen sind:
Taubheitsgefühl an den Füßen
Kribbeln oder Brennen
verminderte Schmerz- oder Temperaturempfindung
trockene Haut
starke Hornhautbildung
Druckstellen
Rötungen oder Schwellungen
Hautverfärbungen
schlecht heilende Wunden
Wichtig: Auch schmerzlose Wunden können gefährlich sein.
DIABETISCHER FUSS ALS WARNZEICHEN
Wunden am Fuß sollten bei Diabetes immer ernst genommen werden.
Ärztliche Hilfe sollte zeitnah eingeholt werden bei:
neuen Wunden
Rötungen oder Schwellungen
Eiter oder unangenehmem Geruch
Hautverfärbungen
zunehmenden Schmerzen
Fieber oder allgemeinem Krankheitsgefühl
WELCHE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN GIBT ES?
Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Schweregrad.
Wichtige Bestandteile sind:
gute Blutzuckereinstellung
regelmäßige Fußkontrollen
fachgerechte Wundversorgung
Druckentlastung der betroffenen Stelle
Behandlung von Infektionen
Behandlung von Durchblutungsstörungen
podologische Versorgung nach ärztlicher Verordnung
In schweren Fällen können operative Eingriffe notwendig werden.
PFLEGERISCHES MOTTO UND HINWEISE ZUR PFLEGE
Ein hilfreicher Grundsatz ist: „Täglich kontrollieren, früh reagieren und Verletzungen vermeiden.“
Pflegende An- und Zugehörige können unterstützen, indem sie:
Füße regelmäßig kontrollieren
auf Druckstellen oder Hautveränderungen achten
die Hautpflege unterstützen
an Fußkontrollen erinnern
Arzttermine begleiten
auf geeignetes Schuhwerk achten
Hilfreich sind:
tägliche Kontrolle der Füße
bequemes und gut passendes Schuhwerk
keine Barfußgänge
keine Wärmflaschen, Heizkissen oder heißen Fußbäder verwenden
regelmäßige Bewegung im Rahmen der Möglichkeiten
frühzeitige Versorgung kleiner Verletzungen
Eine gute Fußpflege kann helfen, Komplikationen vorzubeugen.
Wichtig sind:
tägliche Reinigung und sorgfältiges Abtrocknen
regelmäßiges Eincremen trockener Haut
Kontrolle der Zehenzwischenräume
Nägel vorsichtig pflegen
Hornhaut nicht selbst entfernen
keine scharfen Gegenstände zur Fußpflege verwenden
Bei Problemen sollte fachlicher Rat eingeholt werden.
HINWEISE ZUR SELBSTPFLEGE
Die Begleitung eines Menschen mit Diabetes und Fußproblemen kann belastend sein.
Pflegende An- und Zugehörige sollten auch auf die eigene Gesundheit achten.
Hilfreich sind:
Schulungen zum Diabetes und zur Fußpflege
Beratung durch Diabetes- oder Wundfachkräfte
Unterstützung durch Pflegedienste
regelmäßige Entlastungszeiten
Austausch mit anderen Betroffenen oder Angehörigen