PARKINSON

Die Parkinsonkrankheit, Morbus Parkinson, ist eine Erkrankung des Zentralen Nervensystems. Früher wurde sie „Schüttellähmung“ genannt. Dabei kommt es zum Verlust der Zellen, die Dopamin produzieren. Dopamin ist ein Botenstoff, der eine wichtige Rolle bei der Regulierung von Bewegung spielt. Gehen diese Gehirnzellen verloren, kommt es zu Störungen.

SYMPTOME

Es gibt drei Hauptsymptome:

1. Ein Zittern (Tremor), das auch in Ruhe auftritt.

2. Eine erhöhte Steifigkeit der Muskulatur (Rigor).

3. Eine Verlangsamung und Verkleinerung der Bewegungen (Bradykinese), die sich zum Beispiel beim Gehen durch fehlendes Mitschwingen der Arme oder durch langsame, kurze Schritte zeigen kann. Auch die Handschrift kann kleiner und kaum lesbar werden. Ist die Muskulatur des Gesichts betroffen wird die Mimik starr und ausdrucksarm (Maskengesicht).

Weitere Symptome können z. B. Kreislaufschwäche, Verstopfung oder vermehrter Harndrang sein.

Auch psychische Veränderungen (z. B. Depression), Schlafstörung und Verminderung des Geruchsempfindens können auftreten.

Eine Verlangsamung der geistigen Fähigkeiten, meist bei erhaltenem Bewusstsein und Kritikvermögen gehören zum Krankheitsbild. Bei einem Teil der Betroffenen kommt es im fortgeschrittenen Stadium zu Demenz.

MÖGLICHE FOLGEN

Parkinson kann nicht geheilt werden und kann über die Jahre zu einer steigenden Pflegebedürftigkeit führen.

THERAPIE

Die medikamentöse Therapie ist eine wichtige Säule der Behandlung. Es ist notwendig, die Medikamente pünktlich, möglichst eine halbe Stunde vor oder eine Stunde nach dem Essen zu verabreichen. Es ist auch günstig, die Medikamente vor einer geforderten Leistung, z. B. der Körperpflege, zu verabreichen.

Es darf nicht zu einer Medikamentenpause kommen.

Wenn trotz regelmäßiger Medikamenteneinnahmen beim Pflegebedürftigen Schwankungen in der Beweglichkeit auftreten, spricht man von Wirkungsfluktuation. Diese nennt man auch ON-OFF Schwankungen, da die Übergänge zwischen guter und schlechter Beweglichkeit so schnell erfolgen können, als würde man einen Schalter ein- und ausschalten.

PFLEGERISCHES MOTTO

Folgen Sie dem Grundsatz: „Zeit nehmen und Zeit geben.“

Zeitlicher Druck wirkt wie eine Bremse und der Umgang wird für alle Beteiligten anstrengender.

PFLEGERISCHE BESONDERHEITEN

Schluckstörung und ein verminderter Hustenreiz bergen das Risiko an einer Lungenentzündung zu erkranken. Um diese Gefahr zu mindern, können Flüssigkeiten angedickt werden. Kontrollieren Sie beim Anreichen von Nahrung, ob der Betroffene geschluckt hat und der Mund leer ist, bevor der nächste Bissen angeboten wird. Reichen Sie kleine Mahlzeiten.

Schlafstörungen können sich als verstärkte Tagesmüdigkeit (auch als Medikamentennebenwirkung) äußern oder als nächtliche Schlaflosigkeit. Es kann auch zu lebhaften Träumen kommen, die teilweise von heftigen Bewegungen, Sprechen oder Schreien begleitet werden. Sind die Träume sehr heftig, muss Verletzungen (z. B. durch Sturz aus dem Bett) vorgebeugt werden. Wecken Sie den Pflegebedürftigen und wirken Sie beruhigend ein.

Unter Gangblockaden (Freezing) versteht man die geminderte Fähigkeit, beim Versuch zu Gehen die Füße vom Boden zu lösen („wie festgefroren“). Diese Episoden dauern wenige Sekunden bis Minuten. Sie treten besonders beim Loslaufen, Umdrehen, Gehen durch Türen oder bei Ablenkung auf. In dieser Situation fehlt das innere "Gehkommando".
Nutzen Sie verschiedene Tricks, mit denen die Bewegung von außen wieder angestoßen werden kann. Hierzu können Kommandos zählen, wie z. B. „1-2-3-los!“ oder visuelle Signale, z. B. Übersteigen des Fußes einer Hilfsperson.

Stürze sind ein wichtiges Problem im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit. Sie nehmen mit Krankheitsdauer, Krankheitsstadium, höherem Lebensalter zu. Lesen Sie auch: Sturzprophylaxe.

WEITERE VERSORGUNG

Wichtig für die weitere Versorgung sind:

• eine gesunde Lebensführung mit ausreichend Bewegung und ausgewogener Ernährung

• Regulierung des Muskeltonus sowie die Förderung der Bewegung, ggf. mit Physiotherapie

• Vermeidung von Sekundärerkrankungen durch Beachtung möglicher Prophylaxen (Lagerung, Hautschutz, Mobilisation)

UNTERSTÜTZUNG BEIM ESSEN

Hilfreich ist auch eine gute Sitzposition, wenn möglich am Tisch, sowie ein aufrechter, leicht nach vorn gebeugter Oberkörper.

UNTERSTÜTZUNG BEIM KOMMUNIZIEREN

Es ist wichtig mit dem Pflegebedürftigen im Gespräch zu bleiben, das heißt:

• Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um zu verstehen und nehmen Sie sich auch Zeit, langsam zu sprechen

• Unterstreichen Sie das Gesprochene mit Mimik oder Gestik

VERSORGUNG MIT HILFSGERÄTEN

Je nach Ausprägung können verschiedene Hilfsmittel für den Alltag zuhause benötigt werden. Mobilitätshilfen und Hilfsmittel für die Nahrungsaufnahme können nützlich sein, um eine weitestgehende Selbständigkeit zu ermöglichen. Die Benutzung kann unter Anleitung geübt werden. Kompetente und kostenlose Beratung zu Hilfsmitteln erhalten Sie bei jedem Pflegestützpunkt.

LITERATUR UND QUELLEN

Pflege von Menschen mit Parkinson, Verlag W. Kohlhammer, 3. Auflage. Prof. Dr. G. Ebersbach, ISBN 978-170297517