PFLEGEN ZU HAUSE
Diese Informationen wurden Ihnen von dem Projekt PfiFf – Pflege in Familien fördern der AOK Nordost - Die Gesundheitskasse am 12.06.2026 22:23 bereitgestellt.
Diese Informationen wurden Ihnen von dem Projekt PfiFf – Pflege in Familien fördern der AOK Nordost - Die Gesundheitskasse am 12.06.2026 22:23 bereitgestellt.
Die Parkinsonkrankheit, auch Morbus Parkinson genannt, ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems. Früher wurde sie auch „Schüttellähmung“ genannt.
In aktuellen Leitlinien wird häufig der Begriff Parkinson-Krankheit verwendet.
Bei Parkinson sterben im Gehirn Nervenzellen ab, die den Botenstoff Dopamin bilden. Dopamin ist wichtig für die Steuerung von Bewegungen. Wenn zu wenig Dopamin vorhanden ist, können Bewegungen schlechter gesteuert werden. Dadurch entstehen typische Bewegungsstörungen.
Es gibt drei Hauptsymptome der Parkinsonkrankheit:
Auch die Handschrift kann kleiner und schwer lesbar werden. Wenn die Gesichtsmuskulatur betroffen ist, wirkt das Gesicht oft starr und ausdruckslos. Das nennt man auch Maskengesicht.
Weitere Krankheitszeichen können sein:
Bei einigen Betroffenen kann sich im fortgeschrittenen Stadium eine Demenz entwickeln.
Parkinson ist eine chronische Erkrankung. Das bedeutet: Die Krankheit besteht dauerhaft und ist bisher nicht heilbar. Im Laufe der Jahre können die Beschwerden zunehmen. Dadurch kann auch der Unterstützungs- und Pflegebedarf größer werden.
Neben Bewegungsproblemen können auch nicht-motorische Beschwerden den Alltag stark belasten. Dazu gehören zum Beispiel Schlafprobleme, Schmerzen, Verstopfung, depressive Stimmung oder Gedächtnisprobleme.
Eine wichtige Säule der Behandlung sind Medikamente. Sie können helfen, die Beweglichkeit zu verbessern und Beschwerden zu lindern.
Wichtig ist, dass die Medikamente pünktlich eingenommen werden. Häufig ist es günstig, sie etwa eine halbe Stunde vor dem Essen oder eine Stunde nach dem Essen einzunehmen. Bitte beachten Sie dazu immer die ärztlichen Anweisungen.
Es kann auch hilfreich sein, Medikamente vor geplanten Aktivitäten einzunehmen, zum Beispiel vor der Körperpflege oder vor einem Spaziergang.
Eine Medikamentenpause sollte vermieden werden.
Trotz regelmäßiger Einnahme kann die Beweglichkeit schwanken. Das nennt man Wirkungsfluktuationen. Man spricht auch von ON-OFF-Schwankungen. Dabei kann der Wechsel zwischen guter und schlechter Beweglichkeit sehr plötzlich auftreten.
Regelmäßige körperliche Aktivität und Bewegung sind ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Bewegung kann helfen, Beweglichkeit, Gleichgewicht, Kraft und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten.
Neben Medikamenten können Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie hilfreich sein. Physiotherapie kann Beweglichkeit, Gang, Gleichgewicht und Sturzvorbeugung unterstützen. Ergotherapie kann bei Alltagsaktivitäten und bei Einschränkungen der Hände helfen. Logopädie kann bei Stimm-, Sprech- und Schluckstörungen unterstützen.
Folgen Sie dem Grundsatz: „Zeit nehmen und Zeit geben.“
Zeitdruck kann die Bewegungen zusätzlich erschweren und den Alltag für alle Beteiligten anstrengender machen.
Bei Parkinson können besondere pflegerische Herausforderungen auftreten. Dazu gehören zum Beispiel Schluckstörungen, Schlafstörungen, Gangblockaden und ein erhöhtes Sturzrisiko.
Wichtig für die weitere Versorgung sind außerdem ausreichend Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, die Förderung der Beweglichkeit und vorbeugende Maßnahmen. Dazu gehören zum Beispiel eine gute Lagerung, Hautschutz und Sturzvorbeugung.
Bei Schluckstörungen ist es wichtig, langsam zu essen und zu trinken, kleine Portionen anzubieten und darauf zu achten, dass der Mund leer ist, bevor der nächste Bissen gegeben wird. Getränke können bei Bedarf angedickt werden.
Schlafstörungen können sich durch Tagesmüdigkeit, nächtliche Unruhe oder lebhafte Träume mit Bewegungen, Sprechen oder Schreien zeigen. Achten Sie dabei auf Sicherheit und beruhigen Sie die betroffene Person.
Bei Gangblockaden wirken die Füße manchmal wie „festgefroren“. Dann können ruhige Kommandos wie „1, 2, 3 – los“ oder sichtbare Orientierungshilfen helfen.
Da das Sturzrisiko im Verlauf der Krankheit steigen kann, sollte die Umgebung möglichst sicher gestaltet werden. Stolperfallen sollten möglichst entfernt werden. Gute Beleuchtung, festes Schuhwerk und ausreichend Platz zum Gehen können helfen, Stürze zu vermeiden.
Beim Essen ist eine gute Sitzposition wichtig. Wenn möglich, sollte die betroffene Person am Tisch sitzen. Der Oberkörper sollte aufrecht und leicht nach vorne gebeugt sein.
Achten Sie außerdem auf folgende Punkte:
Bei häufigem Verschlucken, Husten beim Essen oder Trinken oder unklarem Gewichtsverlust sollte fachlicher Rat eingeholt werden.
Es ist wichtig, mit der betroffenen Person im Gespräch zu bleiben.
Nehmen Sie sich ausreichend Zeit zum Zuhören. Sprechen Sie langsam und deutlich. Unterstützen Sie das Gesprochene mit Mimik und Gestik.
Bei Veränderungen von Stimme, Sprache oder Schlucken kann Logopädie unterstützen.
Je nach Ausprägung der Erkrankung können verschiedene Hilfsmittel den Alltag zuhause erleichtern.
Mobilitätshilfen und Hilfsmittel zum Essen und Trinken können helfen, die größtmögliche Selbstständigkeit zu erhalten. Die Nutzung der Hilfsmittel sollte unter Anleitung geübt werden.
Kostenlose Beratung zu Hilfsmitteln erhalten Sie bei jedem Pflegestützpunkt.
Parkinson betrifft nicht nur die betroffene Person, sondern oft auch die Angehörigen. Die Unterstützung im Alltag kann mit zunehmendem Krankheitsverlauf körperlich und seelisch belastend sein.
Achten Sie deshalb auch auf Ihre eigene Gesundheit. Planen Sie regelmäßige Pausen ein und nehmen Sie Unterstützung durch Familie, Freunde oder professionelle Angebote an.
Hilfreich können außerdem Selbsthilfegruppen, Pflegestützpunkte, Pflegekurse und Beratungsangebote sein. Der Austausch mit anderen Betroffenen und Angehörigen kann entlasten und praktische Unterstützung bieten.
Es ist wichtig, rechtzeitig Hilfe anzunehmen. Das kann die Pflege langfristig erleichtern und die eigene Gesundheit schützen.