Diese Informationen wurden Ihnen von dem Projekt PfiFf – Pflege in Familien fördern der AOK Nordost - Die
Gesundheitskasse am 17.07.2026 12:39 bereitgestellt.
Krebs entsteht, wenn Körperzellen unkontrolliert wachsen. Dabei kann gesundes Gewebe verdrängt oder zerstört werden.
Krebs kann in fast jedem Organ entstehen. Es gibt viele verschiedene Krebsarten. Nicht jede Krebserkrankung verläuft gleich. Manche Krebsarten sind gut behandelbar oder heilbar, andere verlaufen chronisch oder fortschreitend.
WIE ENTSTEHT KREBS?
Krebs entsteht durch Veränderungen in Körperzellen. Diese Veränderungen können dazu führen, dass sich Zellen immer weiter teilen und nicht mehr richtig kontrolliert werden.
So kann ein Tumor entstehen.
Tumore können gutartig oder bösartig sein.
Gutartige Tumore wachsen meist langsam und zerstören das umliegende Gewebe nicht.
Bösartige Tumore können in umliegendes Gewebe einwachsen und Tochtergeschwülste bilden. Diese nennt man Metastasen.
Es gibt auch Krebserkrankungen ohne festen Tumor, zum Beispiel Blutkrebs oder Lymphdrüsenkrebs.
WELCHE RISIKOFAKTOREN GIBT ES?
Das Risiko für Krebs kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Dazu gehören zum Beispiel:
Rauchen
hoher Alkoholkonsum
ungesunde Ernährung
Bewegungsmangel
starkes Übergewicht
bestimmte Infektionen
UV-Strahlung oder andere Strahlung
bestimmte Schadstoffe
erbliche Veranlagung
höheres Lebensalter
Nicht immer ist klar, warum ein Mensch an Krebs erkrankt.
WELCHE KRANKHEITSZEICHEN GIBT ES?
Krebs verursacht am Anfang oft keine oder nur unklare Beschwerden.
Mögliche Anzeichen können sein:
ungewollter Gewichtsverlust
anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung
Appetitlosigkeit
Schmerzen
Schwellungen oder tastbare Knoten
anhaltender Husten oder Atemnot
Blutungen ohne klare Ursache
Veränderungen der Haut oder von Muttermalen
anhaltende Verdauungsbeschwerden
das Gefühl, dass „etwas nicht stimmt“
Diese Beschwerden können auch andere Ursachen haben. Wenn sie länger anhalten oder sich verstärken, sollten sie ärztlich abgeklärt werden.
WELCHE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN GIBT ES?
Die Behandlung richtet sich nach der Krebsart, dem Stadium der Erkrankung und dem Gesundheitszustand der betroffenen Person.
Mögliche Behandlungen sind:
Operation
Chemotherapie
Strahlentherapie
Immuntherapie
Hormontherapie
zielgerichtete Medikamente
palliative Behandlung zur Linderung von Beschwerden
Oft werden verschiedene Behandlungen miteinander kombiniert.
Wichtig ist: Auch wenn eine Erkrankung nicht heilbar ist, können Beschwerden häufig gelindert und Lebensqualität erhalten werden.
UNTERSTÜTZENDE BEHANDLUNG
Eine unterstützende Behandlung wird auch supportive Therapie genannt.
Sie soll Beschwerden und Nebenwirkungen lindern, zum Beispiel:
Übelkeit und Erbrechen
Schmerzen
Erschöpfung
Appetitlosigkeit
Entzündungen im Mund
Haut- und Schleimhautprobleme
Infektionen
Schlafstörungen
Angst oder seelische Belastung
Unterstützend können zum Beispiel Schmerztherapie, Ernährungsberatung, Physiotherapie, Psychoonkologie, Haut- und Mundpflege oder Rehabilitation helfen.
PFLEGERISCHES MOTTO UND HINWEISE ZUR PFLEGE
Ein hilfreicher Grundsatz ist: „Begleiten, entlasten und Lebensqualität erhalten.“
Pflegende An- und Zugehörige können helfen, Beschwerden früh wahrzunehmen und den Alltag zu erleichtern.
Wichtig ist:
Wünsche und Grenzen der betroffenen Person beachten
Selbstständigkeit möglichst erhalten
Schmerzen und Beschwerden ernst nehmen
Nebenwirkungen der Behandlung beobachten
Medikamente wie verordnet einnehmen
Arzttermine und Therapien unterstützen
bei Veränderungen fachlichen Rat einholen
Bei Krebs kann der Appetit vermindert sein. Auch Übelkeit, Geschmacksveränderungen oder Entzündungen im Mund können das Essen erschweren.
Hilfreich sind:
kleine Mahlzeiten anbieten
Wunschkost ermöglichen
ausreichend trinken, wenn ärztlich nichts dagegenspricht
weiche oder leicht zu schluckende Speisen anbieten
starke Gerüche vermeiden, wenn sie Übelkeit auslösen
Mundpflege unterstützen
bei Gewichtsverlust oder Schluckproblemen fachlichen Rat einholen
Viele Betroffene möchten so viel wie möglich selbst übernehmen. Das sollte unterstützt werden.
Hilfreich ist:
nur so viel helfen, wie nötig ist
Pausen ermöglichen
Haut und Schleimhäute schonend pflegen
auf Druckstellen, Wunden oder Hautveränderungen achten
angenehme Kleidung und Lagerung unterstützen
Eine Krebserkrankung kann Ängste, Trauer und Unsicherheit auslösen. Das betrifft die erkrankte Person und die Angehörigen.
Hilfreich kann sein:
miteinander sprechen
über Ängste und Sorgen sprechen, wenn die betroffene Person das möchte
nicht alles sofort lösen wollen
Prioritäten setzen
wichtige Fragen rechtzeitig klären
Unterstützung von Fachpersonen annehmen
Wenn die Erkrankung fortschreitet, können Palliativ- und Hospizdienste unterstützen.
HINWEISE ZUR SELBSTPFLEGE
Die Begleitung eines krebskranken Menschen kann körperlich und seelisch belastend sein.
Pflegende An- und Zugehörige sollten auch auf sich selbst achten.
Hilfreich sind:
regelmäßige Pausen
Austausch mit vertrauten Menschen
Unterstützung durch Familie, Freunde oder Pflegedienste
Beratung durch Sozialdienste oder Pflegestützpunkte
psychoonkologische Beratung
Selbsthilfegruppen
Es ist wichtig, rechtzeitig Hilfe anzunehmen. Das kann entlasten und helfen, die Begleitung langfristig gut zu bewältigen.