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DEMENZ

WAS IST DEMENZ?

Demenz ist ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen des Gehirns. Bei einer Demenz gehen geistige Fähigkeiten nach und nach verloren.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Gedächtnis
  • Orientierung
  • Sprache
  • Aufmerksamkeit
  • Denken und Urteilen
  • Wiedererkennen von Menschen oder Dingen

Die Einschränkungen wirken sich auf den Alltag aus. Gewohnte Tätigkeiten können nicht mehr so ausgeführt werden wie früher.

WIE ENTSTEHT DEMENZ?

Demenz entsteht durch Veränderungen oder Schäden im Gehirn. Nervenzellen sterben ab oder arbeiten nicht mehr richtig. Dadurch ist die Weiterleitung von Informationen im Gehirn gestört.

Die Ursachen können unterschiedlich sein. Häufige Formen sind die Alzheimer-Demenz und die vaskuläre Demenz. Die vaskuläre Demenz entsteht durch Durchblutungsstörungen im Gehirn.

WELCHE DEMENZFORMEN GIBT ES?

Es gibt verschiedene Formen von Demenz:

  • Primäre Demenz: Das Gehirn selbst ist erkrankt. Dazu gehören zum Beispiel Alzheimer-Demenz, vaskuläre Demenz, Lewy-Body-Demenz und frontotemporale Demenz.
  • Sekundäre Demenz: Die Ursache liegt in einer anderen Erkrankung, zum Beispiel einer Schilddrüsenunterfunktion oder einem Vitamin-B12-Mangel. Diese Form kann teilweise behandelbar sein.
  • Mischformen: Dabei treten mehrere Demenzformen gemeinsam auf, zum Beispiel Alzheimer-Demenz und vaskuläre Demenz.

WAS SIND RISIKOFAKTOREN?

Einige Faktoren können das Risiko für eine Demenz erhöhen. Dazu gehören:

  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Herzrhythmusstörungen
  • erhöhte Blutfettwerte
  • Rauchen
  • übermäßiger Alkoholkonsum
  • Übergewicht

WELCHE KRANKHEITSZEICHEN GIBT ES?

Eine Demenz zeigt sich nicht nur durch Vergesslichkeit. Auch andere geistige Fähigkeiten und das Verhalten können betroffen sein.

Mögliche Krankheitszeichen sind:

  • zunehmende Vergesslichkeit
  • Probleme mit Orientierung, Zeit und Ort
  • Wortfindungsstörungen
  • Schwierigkeiten, Gesprächen zu folgen
  • nachlassende Aufmerksamkeit
  • verändertes Urteilsvermögen
  • Rückzug aus sozialen Kontakten
  • Angst, Unruhe oder depressive Stimmung
  • Veränderungen im Verhalten oder in der Persönlichkeit

Wenn Gedächtnis, Orientierung, Sprache oder Verhalten sich verändern, sollte dies ärztlich abgeklärt werden. Nicht jede Vergesslichkeit bedeutet Demenz. Manchmal können auch andere Ursachen dahinterstehen, zum Beispiel Depressionen, Flüssigkeitsmangel, Medikamente, Infektionen oder Stoffwechselstörungen.

AUSWIRKUNGEN AUF DEN ALLTAG

Mit Fortschreiten der Erkrankung fallen gewohnte Tätigkeiten immer schwerer. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Termine einhalten
  • Geldangelegenheiten regeln
  • einkaufen
  • kochen
  • telefonieren
  • sich anziehen
  • Körperpflege durchführen
  • soziale Kontakte pflegen

WIE VERLÄUFT EINE DEMENZ?

Der Verlauf ist bei jedem Menschen unterschiedlich.

Am Anfang treten häufig kleine Vergesslichkeiten auf. Betroffene verlegen Dinge, suchen nach Worten oder haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren.

Viele merken, dass sich etwas verändert. Das kann traurig, unsicher, gereizt oder ängstlich machen.

Im weiteren Verlauf brauchen Betroffene zunehmend Unterstützung im Alltag. Das Zeit- und Ortsgefühl lässt nach. Sprache und Erinnerungen werden schwächer.

Manche Menschen suchen nach verstorbenen Angehörigen oder möchten zur Arbeit gehen. Für sie kann sich diese Situation sehr wirklich anfühlen.

Im Spätstadium sind Betroffene vollständig auf Pflege angewiesen. Sie können oft nicht mehr selbstständig essen, gehen oder aufstehen. Auch die Kontrolle über Blase und Darm kann verloren gehen.

Gespräche werden schwieriger. Angehörige werden manchmal nicht mehr erkannt.

WELCHE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN GIBT ES?

Demenz ist meist nicht heilbar. Die Behandlung kann aber helfen, Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten und das Wohlbefinden zu verbessern.

Wichtig sind:

  • gute medizinische Versorgung
  • ärztliche Abklärung und Behandlung von Begleiterkrankungen
  • Behandlung von Schmerzen, Schlafproblemen, Unruhe oder Depressionen
  • ausreichend Essen und Trinken
  • Bewegung und Aktivierung
  • Vermeidung von Überforderung
  • Unterstützung durch Angehörige und Fachkräfte

Bei einigen Demenzformen können Medikamente eingesetzt werden. Sie können geistige Fähigkeiten und Alltagsfähigkeiten für eine gewisse Zeit unterstützen.

Auch nicht-medikamentöse Angebote können hilfreich sein, zum Beispiel Musik, Bewegung, Erinnerungsarbeit, Beschäftigung oder gemeinsames Singen.

PFLEGERISCHES MOTTO UND HINWEISE ZUR PFLEGE

Ein hilfreicher Grundsatz ist: „Menschen mit Demenz dort abholen, wo sie gerade sind.“

Dinge lassen sich oft nicht mehr mit Argumenten erklären. Wichtiger sind Ruhe, Verständnis und Einfühlungsvermögen.

Hektik, Druck und viele Reize können Menschen mit Demenz überfordern. Ein ruhiger Umgang, feste Abläufe und vertraute Gegenstände geben Sicherheit.

Herausforderndes Verhalten kann bei Demenz auftreten, zum Beispiel Unruhe, Misstrauen, Aggression, ständiges Fragen oder Weglaufen. Häufig steckt dahinter Angst, Unsicherheit, Überforderung oder das Gefühl, sich nicht zurechtzufinden. Versuchen Sie ruhig zu bleiben und die Ursache des Verhaltens zu verstehen.

Mit Fortschreiten der Demenz kann es zu Gefahren im Alltag kommen. Achten Sie deshalb auf eine sichere Umgebung.

Wichtig sind zum Beispiel:

  • Stolperfallen vermeiden
  • für gute Beleuchtung sorgen
  • Medikamente sicher aufbewahren
  • Herd, Elektrogeräte und Kerzen im Blick behalten
  • Orientierungshilfen in der Wohnung nutzen
  • bei Weglaufgefahr für Sicherheit sorgen
  • das Thema Autofahren frühzeitig besprechen

Menschen mit Demenz sollten so lange wie möglich in den Alltag einbezogen werden.

Geeignete Tätigkeiten können sein:

  • Wäsche falten
  • Tisch decken
  • Salat zupfen
  • abstauben
  • gemeinsam backen
  • Fotos anschauen
  • Musik hören oder singen
  • spazieren gehen

Wichtig ist nicht, dass alles richtig gemacht wird. Wichtig ist die Freude am Tun und das Gefühl, gebraucht zu werden.

Die Lebensgeschichte eines Menschen kann helfen, ihn besser zu verstehen.

Hilfreich sind Informationen über:

  • frühere Berufe
  • Familie
  • Hobbys
  • Gewohnheiten
  • Lieblingsmusik
  • Lieblingsessen
  • wichtige Orte und Erlebnisse

Fotos, vertraute Gegenstände, Gerüche, Musik oder frühere Tätigkeiten können Erinnerungen wecken und Sicherheit geben.

Gemeinsames Essen kann Sicherheit und Geborgenheit vermitteln.

Achten Sie auf:

  • regelmäßige Mahlzeiten
  • ausreichendes Trinken
  • ruhige Atmosphäre beim Essen
  • kleine Portionen
  • einfache Speisen
  • Fingerfood, wenn Besteck schwerfällt

Manche Menschen mit Demenz essen zu wenig oder merken nicht, wann sie satt sind. Beobachten Sie deshalb die Essens- und Trinkmenge.

Demenz verändert die Kommunikation. Betroffene finden Wörter schwerer, verlieren den Gesprächsfaden oder verstehen Fragen nicht mehr gut.

Hilfreich ist:

  • kurze und einfache Sätze verwenden
  • langsam und ruhig sprechen
  • Zeit zum Antworten geben
  • Blickkontakt halten
  • freundlich bleiben
  • Ja-Nein-Fragen stellen
  • keine „Quizfragen“ stellen
  • Mimik, Gestik, Fotos oder Gegenstände nutzen

Achten Sie besonders auf Gefühle. Hinter Aussagen stehen oft Angst, Unsicherheit, Traurigkeit oder ein Bedürfnis nach Nähe.

Zuwendung und Nähe sind wichtig. Eine Berührung, das Halten der Hand oder eine Umarmung können Sicherheit geben, wenn die betroffene Person das mag.

Auch vertraute Gegenstände, Musik, Natur, Tiere, Besuche und feste Tagesstrukturen können beruhigend wirken.

HINWEISE ZUR SELBSTPFLEGE

Die Pflege eines Menschen mit Demenz kann körperlich und seelisch belastend sein. Pflegende An- und Zugehörige sollten deshalb auch auf ihre eigene Gesundheit achten.

Hilfreich können sein:

  • Informationen über Demenz einholen, um die Erkrankung besser zu verstehen
  • Unterstützung durch Familie, Freunde oder Nachbarn annehmen
  • ambulante Pflegedienste nutzen
  • Tagespflege oder Verhinderungspflege in Anspruch nehmen
  • Gesprächsgruppen oder Selbsthilfeangebote besuchen
  • regelmäßige Pausen und eigene Freizeit einplanen
  • soziale Kontakte pflegen
  • auf ausreichend Bewegung und Erholung achten

Auch Pflegestützpunkte, Demenzberatungsstellen, Pflegekurse und die Alzheimer-Gesellschaft können beraten und entlasten. Dort erhalten Angehörige Informationen zu Unterstützungsangeboten, Entlastungsleistungen und zum Umgang mit schwierigen Situationen.

Es ist wichtig, rechtzeitig Hilfe anzunehmen. Das schützt die eigene Gesundheit und kann die Pflege langfristig erleichtern.