PFLEGEN ZU HAUSE
Diese Informationen wurden Ihnen von dem Projekt PfiFf – Pflege in Familien fördern der AOK Nordost - Die Gesundheitskasse am 18.06.2026 13:49 bereitgestellt.
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Eine chronische Niereninsuffizienz ist eine dauerhafte und langsam fortschreitende Einschränkung der Nierenfunktion.
Die Nieren können das Blut dann nicht mehr ausreichend reinigen. Abfallstoffe und überschüssiges Wasser werden schlechter ausgeschieden. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu einem Nierenversagen kommen.
Chronische Nierenerkrankungen verursachen am Anfang oft keine Beschwerden. Deshalb sind regelmäßige Blut- und Urinkontrollen wichtig, besonders bei Menschen mit Diabetes, Bluthochdruck oder anderen Risikofaktoren.
Die Nieren haben wichtige Aufgaben im Körper. Sie:
Eine chronische Niereninsuffizienz kann verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel:
Bestimmte Faktoren können die Nieren zusätzlich belasten. Dazu gehören:
Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen in engem Zusammenhang mit chronischer Niereninsuffizienz. Deshalb sind Blutdruckkontrollen, Bewegung, Rauchstopp und eine gute Behandlung von Diabetes oder Bluthochdruck besonders wichtig.
Eine chronische Niereninsuffizienz entwickelt sich oft langsam. Beschwerden treten manchmal erst spät auf.
Mögliche Krankheitszeichen sind:
Die chronische Niereninsuffizienz wird je nach Schweregrad in verschiedene Stadien eingeteilt.
Dabei wird mit Blutwerten geprüft, wie gut die Nieren noch arbeiten. Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto stärker nimmt die Nierenfunktion ab.
Wenn die Nierenfunktion weiter abnimmt, können sich Beschwerden verstärken. Es kann zu Wassereinlagerungen, Blutarmut, Hautproblemen, Veränderungen der Blutwerte und zunehmender Schwäche kommen.
Auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann steigen. Deshalb sind Blutdruckkontrollen, Bewegung und eine gute Behandlung der Grunderkrankungen besonders wichtig.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Stadium der Erkrankung.
Wichtig sind:
Die Ernährung sollte immer zum Stadium der Nierenerkrankung passen. Besprechen Sie Ernährung und Trinkmenge deshalb mit der Ärztin, dem Arzt oder einer Ernährungsberatung.
Wenn die Nierenfunktion stark nachlässt, kann ein Nierenersatzverfahren notwendig werden. Dazu gehören die Dialyse oder eine Nierentransplantation.
Dialyse bedeutet: Das Blut wird von Stoffen gereinigt, die die Nieren nicht mehr ausreichend ausscheiden können.
Die wichtigsten Verfahren sind:
Die Hämodialyse findet meist in einer Dialysepraxis oder einem Dialysezentrum statt.
Dabei wird das Blut über ein Gerät gereinigt. Dafür wird ein Zugang zum Blutkreislauf benötigt. Häufig wird dafür am Arm ein sogenannter Shunt angelegt.
Über diesen Zugang wird das Blut zum Dialysegerät geleitet, gereinigt und wieder zurückgeführt.
Die Peritonealdialyse kann zu Hause durchgeführt werden.
Dabei wird das Bauchfell als natürlicher Filter genutzt. Über einen Katheter wird Dialyseflüssigkeit in die Bauchhöhle geleitet. Dort nimmt sie Abfallstoffe aus dem Körper auf und wird anschließend wieder abgelassen.
Der Katheter und die Eintrittsstelle müssen besonders sauber versorgt werden, damit keine Infektionen entstehen.
Eine chronische Niereninsuffizienz erfordert häufig eine langfristige Anpassung des Alltags. Wichtig sind regelmäßige Kontrollen und die Einhaltung der ärztlichen Empfehlungen.
Achten Sie insbesondere auf:
Bei deutlicher Verschlechterung, Atemnot, Brustschmerzen, starker Schwäche oder Zeichen einer Infektion sollte ärztliche Hilfe eingeholt werden.
Bei einer chronischen Niereninsuffizienz kann die Haut trocken sein und jucken.
Hilfreich sind:
Menschen mit Dialyse benötigen eine gute Hygiene und regelmäßige Kontrollen des Dialysezugangs.
Achten Sie auf:
Bei einem Shunt am Arm gilt: An diesem Arm sollten keine Blutdruckmessungen oder Blutabnahmen erfolgen.
Auch die seelische Belastung durch die Erkrankung und die Dialyse sollte beachtet werden. Gespräche, Beratung und der Austausch mit anderen Betroffenen können hilfreich sein.
Eine chronische Niereninsuffizienz kann den Alltag von Betroffenen und Angehörigen stark verändern. Regelmäßige Arzttermine, Ernährungsvorgaben, Medikamente oder Dialysebehandlungen können körperlich und seelisch belastend sein.
Nehmen Sie Unterstützung an und sprechen Sie über Sorgen und Belastungen. Der Austausch mit Angehörigen, Freunden oder anderen Betroffenen kann hilfreich sein.
Achten Sie als pflegende Angehörige auch auf Ihre eigene Gesundheit. Planen Sie regelmäßige Pausen ein und nutzen Sie Entlastungsangebote, wenn diese zur Verfügung stehen.
Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung im Rahmen der eigenen Möglichkeiten sowie soziale Kontakte können dazu beitragen, die Lebensqualität zu erhalten.
Bei Fragen oder Unsicherheiten können Beratungsangebote, Selbsthilfegruppen, Pflegestützpunkte oder die behandelnden Fachkräfte unterstützen.