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HERZ­IN­SUFFI­ZIENZ

WAS IST EINE HERZINSUFFIZIENZ?

Eine Herzinsuffizienz beschreibt das Unvermögen des Herzens, das vom Körper benötigte Blutvolumen ausreichend zu pumpen. Im Volksmund wird sie auch „Herzmuskelschwäche“ genannt.

WIE ENTSTEHT EINE HERZINSUFFIZIENZ?

Die Herzinsuffizienz ist stets eine Folgeerkrankung einer anderen Grunderkrankung.

WELCHE KRANKHEITSZEICHEN GIBT ES?

Eine Herzschwäche macht sich meist durch Luftnot bei starker Belastung bemerkbar. Welche Beschwerden auftreten, hängt davon ab, ob nur eine Herzkammer (Links- oder Rechtsherzinsuffizienz) oder beide Herzhälften (Globalinsuffizienz) betroffen sind und wohin sich das Blut zurück staut.

Symptome einer Herzinsuffizienz:

  • Atemnot und körperliche Schwäche
  • Häufiges Wasserlassen in der Nacht
  • Nächtlicher Husten, der zum Aufsetzen zwingt
  • Hervortretende Halsvenen
  • Schwellungen im Bauchraum durch Leberstauung und Wasseransammlung (Aszites)
  • Teigige Schwellungen an Knöcheln und Unterschenkeln (Ödeme, Wasseransammlungen im Gewebe; beim Eindrücken mit dem Finger bleibt eine Delle zurück)

WELCHE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN GIBT ES?

Eine medikamentöse Therapie besteht aus sogenannten ACE-Hemmern, die anfangs niedrig dosiert und erst später schrittweise erhöht werden. Der Arzt sollte informiert werden, wenn unter der ACE-Hemmer-Behandlung ein andauernder Hustenreiz auftritt. Dies kann eine Nebenwirkung sein, die ein Absetzen der Medikamente notwendig macht.

Auch bei der Gabe von Betablockern wird der Arzt anfangs vorsichtig sein. Es kann bis zu einem halben Jahr dauern, bis die gewünschte Wirkung eintritt. Personen mit Bronchialasthma dürfen keine Betablocker einnehmen!

Diuretika fördern die Ausscheidung des eingelagerten Wassers. Die Wirkung lässt sich am besten durch tägliches Wiegen kontrollieren. Häufiges Wasserlassen ist ein sicheres Zeichen für die Wirkung der Diuretika. Die Unterschenkel sollten auf Schwellungen und Spannungszeichen, wie glänzende und gespannte Haut, untersucht werden. Falls die Ausscheidungsmenge messbar ist, kann eine sogenannte Bilanz Aufschluss über die Ein- und Ausfuhr geben. Dabei können jedoch Schwitzen oder Fieber zu Abweichungen führen.

Eine nicht-medikamentöse Therapie der Herzinsuffizienz umfasst verschiedene Allgemeinmaßnahmen, die die Arbeitsbelastung des Herzens reduzieren bzw. eine weitere Schädigung des Herzmuskels verhindern sollen:

  • Gewichtsreduktion
  • Flüssigkeitsbilanzierung
  • Kochsalzreduktion / salzarme Kost
  • Begrenzung der Flüssigkeitszufuhr
  • Anpassung der körperlichen Leistung an die Belastbarkeit des Herzens
  • leicht verdauliche Kost (besonders bei Stauungen im Magen- und Darmbereich)
  • angepasste körperliche Belastung, Bewegung oder gegebenenfalls Bettruhe

WELCHE RISIKEN SIND MIT DER HERZINSUFFIZIENZ VERBUNDEN?

Atemnot!

Erstmaßnahmen bei Atemnot:

  • Oberkörper hochlagern
  • Keine Beinhaltung (Gefahr der Herzbelastung durch Wassereinschüsse ins Herz)
  • Beruhigen und nicht alleine lassen
  • Anleitung zur Atemtechnik geben
  • Enge oder beengende Kleidung entfernen

Beim Essen ist Folgendes zu beachten:

  • Bei Appetitlosigkeit Wunschkost ermöglichen
  • auf niedrigen Kochsalzgehalt achten
  • mehrere kleine, eiweißreiche Mahlzeiten bevorzugen
  • auf blähende, fettreiche und schwer verdauliche Nahrungsmittel verzichten
  • keine späten Mahlzeiten

Bei der Gabe oder Einnahme von Getränken ist auf die Trinkmenge zu achten:

  • gleichmäßige Verteilung über den Tag
  • schwarzer Tee und Kaffee nur in Maßen
  • vorgegebene Flüssigkeitszufuhr genau einhalten und protokollieren
  • bei starkem Durst Eiswürfel anbieten

Schlafen:

  • Mit erhöhtem Oberkörper lagern
  • Bei geöffnetem Fenster schlafen
  • Auf angenehme Raumtemperatur achten
  • Für Dunkelheit und Ruhe sorgen
  • Keine schweren Mahlzeiten vor dem Schlafengehen zu sich nehmen

Mit einer rechtzeitigen Diagnose, konsequenter Behandlung und angepasstem Lebensstil kann die Lebensqualität bei Herzinsuffizienz deutlich verbessert und Komplikationen vorgebeugt werden.