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Diabetes

Schematische Darstellung der Durchführung einer Blutzuckermessung
Schematische Darstellung der Durchführung einer Blutzuckermessung
© BruceBlaus [CC-BY-3.0] / commons.wikimedia.org

Das Wort Diabetes mellitus kommt aus dem altgriechischen und bedeutet „honigsüßer Durchfluss“, da in der Antike der Diabetes mellitus durch eine Geschmacksprobe des Urins festgestellt wurde. Der Harn von Diabetikern schmeckt süß. Daher heißen diese Stoffwechselkrankheiten in der Umgangssprache auch „Zuckerkrankheit“. Beim Diabetes liegt eine Hyperglykämie (erhöhte Blutzuckerwerte) vor. Verantwortlich dafür sind ein absoluter Insulinmangel oder ein relativer Insulinmangel, dass heißt, eine Insulinresistenz (abgeschwächte Wirksamkeit des Insulins) oder beides zusammen.

Maßeinheit für den Blutzucker (BZ) ist in vielen Ländern die Einheit mmol/l (Millimol pro Liter). In Deutschland wird der BZ in der älteren Einheit mg/dl (Milligramm pro Deziliter) angegeben.

Normale Blutzuckerwerte

Nüchtern unter 100 mg/dl
Nach dem Essen maximal 140 mg/dl

Hyperglykämie = zu hoher Blutzuckerwert
Hypoglykämie = zu niedriger Blutzuckerwert

Diabetes mellitus Typ 1

  • früher Diabetes mellitus (Manifestationsalter meist vor dem 40. Lebensjahr)
  • Insulinabhängiger Diabetes mellitus
  • keine familiäre Disposition

Symptome

  • meist rascher Beginn der Erkrankung
  • Polyurie (krankhaft erhöhte Urinausscheidung), Kinder werden oft zu „Bettnässern“
  • meist normalgewichtig, ausgeprägte Gewichtsabnahme in kürzester Zeit
  • Exsikkose (Austrocknung)
  • ständiges Durstgefühl (bedingt duch Exsikkose)
  • labiler Stoffwechsel
  • Erbrechen
  • Wadenkrämpfe
  • Bauchschmerzen
  • Müdigkeit, Kraftlosigkeit
  • Sehstörungen
  • Konzentrationsstörungen
  • oft Kopfschmerzen
  • lebenslange Insulintherapie

Maßnahmen

  • Diät
  • Insulin
  • Bewegung

Diabetes mellitus Typ 2

Insulinunabhängiger Diabetes mellitus

  • Insulinresistenz (wirkt ungenügend an Zellmembranen, verminderte Insulinwirkung an Leber-, Muskel- und Fettzellen)
  • zunächst Kompensation, indem die Pankreas (Bauchspeicheldrüse) verstärkt Insulin erzeugt

Hyperinsulinismus (produziert mehr körpereigenes Insulin als der Stoffwechselgesunde)

Begünstigende Faktoren

  • Übergewicht, Bewegungsmangel, Schwangerschaft, Stress, bestimmte Medikamente
  • familiäre Disposition

Symptome

  • langsamer, schleichender Beginn der Erkrankung
  • häufige Harnwegsinfekte
  • Pruritus (Hautjucken)
  • Mykosen (Pilzinfektionen)
  • Furunkel (tiefe, schmerzhafte Entzündung des Haarbalgs und des umliegenden Gewebes)
  • Sehstörungen, Sehschwäche
  • häufig Fettstoffwechselstörung
  • Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Übergewicht

Wenn Diabetes mellitus Typ 2 diagnostiziert wird, liegen evtl. bereits Langzeitschäden vor!

Maßnahmen

  • Gewichtsreduktion
  • Diät
  • Bewegung
  • orale Antidiabetika
  • letzte Intervention Insulin

Diabetisches Koma

Diabetes mellitus Typ 1: Absoluter Insulinmangel, der Blutzucker liegt zwischen 300 mg/dl - 700 mg/dl. Folgen sind Polyurie, Exsikkose und Übersäuerung (Azidose). Typisch ist eine regelmäßige, tiefe Atmung mit Acetongeruch (Kussmaulatmung). Es kann zum Nierenversagen kommen. Typisch sind ein harter Bauch und massive Bauchschmerzen, oft auch Herzrhythmusstörungen.

Diabetes mellitus Typ 2: Relativer Insulinmangel, der Blutzucker liegt zwischen 600 mg/dl - 1000 mg/dl. Folgen sind Polyurie, Exsikkose und evtl. ein Nierenversagen.

Vorzeichen

  • starker Durst (Polydipsie)
  • ausgetrocknete Schleimhäute
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • niedriger Blutdruck
  • Herzrasen
  • Schwindel
  • Schwäche

Insbesondere durch die Exsikkose kommt es bei Typ 1 und Typ 2 zur zunehmenden Apathie, der Patient wird immer schlechter ansprechbar. Ohne Behandlung entsteht ein Koma mit tiefer Bewusstlosigkeit.

Das diabetische Koma ist ein lebensbedrohender Zustand.

Dabei ist sofort der Notarzt zu verständigen und der Betroffene bis zu seinem Eintreffen in die stabile Seitenlage zu bringen.

Hypoglykämischer Schock

Ein hypoglykämischer Schock entsteht durch einen extrem niedrigen Blutzuckerspiegel. Beim hypoglykämischen Schock handelt es sich im Fall von Bewusstlosigkeit ebenfalls um ein Koma. Zu einer Hypoglykämie kann es durch eine Überdosierung von Insulin oder blutzuckersenkenden Medikamenten kommen, wenn ein Diabetiker zu wenig isst oder zu viel Sport treibt. Starker Alkoholgenuss kann ebenfalls zu einer Unterzuckerung führen, auch bei Menschen ohne Diabetes, weil der Abbau des Alkohols die Leber daran hindert, Glukose (Traubenzucker) zu bilden.

Vorzeichen

  • pelziger Geschmack im Mund
  • zunehmende Unruhe
  • Konzentrationsstörungen
  • Nervosität
  • Schwindel
  • Sprachstörungen
  • Sehstörungen
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Aggressionen
  • Panik
  • zittrig
  • weiche Knie
  • Kribbeln
  • Blässe
  • Heisshunger
  • Herzklopfen
  • kalte Schweißausbrüche

Symptome des Komas

  • Pulsrasen
  • normaler Blutdruck
  • kaltschweißige Haut
  • manchmal Krampfanfälle

Auch beim hypoglykämischen Schock kann akute Lebensgefahr bestehen!

Bei Verdacht auf hypoglykämischen Schock, wenn der Betroffene noch nicht bewusstlos ist, stixen (BZ- kontrollieren)  und dazu nötigen, etwas Traubenzucker oder ein süßes Getränk zu sich zu nehmen. Notarzt verständigen und bei Bewusstlosigkeit in die stabile Seitenlage bringen.

Würfelzucker oder Schokolade werden nicht resorbiert und sind wirkungslos.

Mögliche Komplikationen

Ein erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt die Gefäße!

  • Es kann durch Arterienverkalkung der großen Gefäße (Makronagiopathie) ggf. zu Bluthochdruck, Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfall kommen.
  • Die Schädigung der kleinen Gefäße (Mikroangiopathie) wirkt sich meist auf die Nieren und die Augen aus, dies kann bis zur Dialysepflichtigkeit und Seheinschränkung führen.

Ein erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt die Nerven!

  • Es können periphere Nerven (Empfindungs- und Bewegungsnerven) geschädigt sein. Dies kann zu Störungen des Schmerz-, Berührungs- oder Temperaturempfinden führen.
  • Es kann auch das autonome Nervensystem (reguliert viele Organfunktionen) betroffen sein. Dies kann beispielsweise zu Herzrhythmusstörungen, Blasenschwäche, Magenbeschwerden oder Erektionsbeschwerden führen.
Diabetischer Fuß
Diabetischer Fuß

Diabetische Neuropathie

Tägliche Selbstuntersuchung: Haben Sie Ihre Füße im Auge!

Auch wenn Sie nichts spüren, können Ihre Füße Verletzungen aufweisen, daher sollten Sie Ihre Füße täglich auf Druckstellen und Verletzungen untersuchen. Bei Bedarf kann Ihnen ein Spiegel dabei helfen. Sollten Sie selbst nicht in der Lage sein Ihre Füße zu kontrollieren, bitten Sie ggf. eine andere Person in Ihrem Umfeld.

Vorbeugende Maßnahmen

  • keine Fußpflege von Laien (Podologe!),
  • Vermeiden Sie Druckstellen durch zu enges Schuhwerk
  • nicht barfuß laufen
  • Teilnahme an Diabetesschulung
  • ggf. Gewichtsreduktion
  • körperliche Aktivität/Bewegung fördern
  • normnahe Blutzuckereinstellung anstreben/regelmäßige Kontrolle
  • jährliche Augenarztkontrolle
  • Schmerzmedikamente gegen die Nerven- und Gefäßschmerzen.

Fördern Sie die Durchblutung durch Übungen. Beispiele für einfache Gymnastikübungen im Liegen oder im Sitzen: Diese Übungen zur Durchblutungsförderung können Sie mehrmals täglich liegend im Bett, oder sitzend auf einem Stuhl durchführen.

  • Fußwippen: Ziehen Sie parallel beide Fußspitzen zum Körper und lassen Sie wieder locker.
  • Fußkreisen: Drehen Sie die Füße vom Gelenk aus abwechselnd nach innen und nach außen.