Diese Informationen wurden Ihnen von dem Projekt PfiFf – Pflege in Familien fördern der AOK Nordost - Die
Gesundheitskasse am 18.06.2026 21:53 bereitgestellt.
Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung. Dabei ist der Blutzucker dauerhaft zu hoch.
Bei Diabetes Typ 2 wirkt das körpereigene Hormon Insulin nicht mehr ausreichend. Insulin sorgt normalerweise dafür, dass Zucker aus dem Blut in die Körperzellen aufgenommen wird.
Wenn Insulin nicht mehr gut wirkt oder nicht ausreichend vorhanden ist, bleibt zu viel Zucker im Blut.
Diabetes Typ 2 ist eine häufige chronische Erkrankung. Mit einer guten Behandlung können Beschwerden und Folgeerkrankungen oft vermindert oder verzögert werden.
WIE ENTSTEHT DIABETES TYP 2?
Diabetes Typ 2 entsteht meist langsam über viele Jahre.
Eine wichtige Ursache ist die sogenannte Insulinresistenz. Das bedeutet: Die Körperzellen reagieren schlechter auf Insulin. Die Bauchspeicheldrüse versucht zunächst, mehr Insulin zu bilden. Später kann sie den Bedarf oft nicht mehr ausreichend decken.
Das Risiko steigt zum Beispiel durch:
Übergewicht
Bewegungsmangel
ungesunde Ernährung
höheres Lebensalter
Diabetes in der Familie
Bluthochdruck
Fettstoffwechselstörungen
WELCHE KRANKHEITSZEICHEN GIBT ES?
Diabetes Typ 2 entwickelt sich oft schleichend. Viele Menschen haben anfangs keine oder nur unspezifische Beschwerden.
Mögliche frühe Anzeichen sind:
Müdigkeit und Abgeschlagenheit
häufiges Hungergefühl
Gewichtszunahme
Konzentrationsprobleme
trockene Haut
häufige Infektionen
schlecht heilende Wunden
Später können auftreten:
starker Durst
häufiges Wasserlassen
Gewichtsabnahme
Sehstörungen
Juckreiz
Kribbeln oder Taubheitsgefühl an Füßen oder Händen
WELCHE BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN GIBT ES?
Die Behandlung richtet sich nach der persönlichen Situation, den Blutzuckerwerten, Begleiterkrankungen und dem Risiko für Folgeerkrankungen.
Wichtige Bestandteile sind:
Schulung und Beratung
Anpassung der Ernährung
regelmäßige Bewegung
Gewichtsreduktion bei Übergewicht
regelmäßige ärztliche Kontrollen
Kontrolle von Blutdruck und Blutfettwerten
Medikamente zur Blutzuckersenkung, wenn nötig
Insulintherapie, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen oder wenn sie medizinisch notwendig ist
Die Behandlung wird individuell mit der Ärztin oder dem Arzt abgestimmt.
Wichtig ist nicht nur der Blutzucker. Auch Blutdruck, Blutfette, Nierenfunktion, Augen, Füße und Herz-Kreislauf-Risiken sollten regelmäßig kontrolliert werden.
WELCHE RISIKEN SIND MIT DEM DIABETES TYP 2 VERBUNDEN?
Bei Diabetes Typ 2 kann der Blutzucker zu hoch oder zu niedrig sein.
Langfristig können auch Blutgefäße und Nerven geschädigt werden.
Schnelle Hilfe ist nötig bei:
Bewusstlosigkeit
starken Bewusstseinsstörungen
schweren Unterzuckerungszeichen
schwerer Überzuckerung mit Erbrechen, starker Schwäche oder Verwirrtheit
Atemnot
Krampfanfällen
Verdacht auf Schlaganfall oder Herzinfarkt
Bei akuter Gefahr wählen Sie den Notruf 112.
Bei einer Überzuckerung ist der Blutzucker deutlich zu hoch. Eine schwere Überzuckerung kann lebensbedrohlich werden.
Mögliche Anzeichen sind:
starker Durst
sehr häufiges Wasserlassen
trockene Schleimhäute
Übelkeit oder Erbrechen
Schwäche
Schwindel
Müdigkeit
Verwirrtheit
niedriger Blutdruck
schneller Puls
Bei starker Verschlechterung, Bewusstseinsstörungen oder Verdacht auf ein diabetisches Koma sofort den Notruf 112 wählen.
Bei einer Unterzuckerung ist der Blutzucker zu niedrig. Das kann vor allem bei Menschen auftreten, die Insulin oder bestimmte blutzuckersenkende Medikamente einnehmen. Eine Unterzuckerung kann schnell gefährlich werden.
Mögliche Anzeichen sind:
Zittern
Schwitzen
Heißhunger
Blässe
Herzklopfen
Unruhe oder Nervosität
Schwindel
Konzentrationsprobleme
Sehstörungen
Sprachstörungen
Verwirrtheit
ungewohntes Verhalten oder Aggressivität
Wenn die betroffene Person wach ist und sicher schlucken kann, kann schnell wirksamer Zucker helfen. Geeignet sind zum Beispiel Traubenzucker oder ein zuckerhaltiges Getränk.
Bei Bewusstlosigkeit nichts zu essen oder zu trinken geben. Rufen Sie sofort den Notruf 112 und bringen Sie die Person in die stabile Seitenlage.
WELCHE SPÄTFOLGEN KÖNNEN AUFTRETEN?
Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte können Blutgefäße und Nerven schädigen.
Mögliche Spätfolgen sind:
Augenschäden bis hin zu Sehverlust
Nierenschäden
Nervenschäden, besonders an Füßen und Händen
Wundheilungsstörungen
diabetisches Fußsyndrom
Herzinfarkt
Schlaganfall
Durchblutungsstörungen
Regelmäßige Kontrollen können helfen, Folgeerkrankungen früh zu erkennen und zu behandeln.
PFLEGERISCHES MOTTO UND HINWEISE ZUR PFLEGE
Ein hilfreicher Grundsatz ist: „Regelmäßig beobachten, unterstützen und Selbstständigkeit fördern.“
Pflegende An- und Zugehörige können helfen, den Alltag mit Diabetes sicherer zu gestalten.
Wichtig sind:
regelmäßige Einnahme der verordneten Medikamente
Unterstützung bei Blutzuckermessungen, wenn diese empfohlen sind
Beobachtung von Unter- und Überzuckerungszeichen
regelmäßige Mahlzeiten
ausreichendes Trinken nach ärztlicher Empfehlung
Bewegung im Rahmen der Möglichkeiten
gute Haut- und Fußpflege
Beobachtung von Wunden
Unterstützung bei Arztterminen und Kontrollen
Eine ausgewogene Ernährung ist ein wichtiger Teil der Behandlung. Hilfreich sind:
regelmäßige Mahlzeiten
ballaststoffreiche Lebensmittel, zum Beispiel Gemüse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte
wenig zuckerreiche Getränke und Süßigkeiten
gesunde Fette in Maßen
angepasste Portionsgrößen
ausreichendes Trinken, möglichst Wasser oder ungesüßter Tee
Bei Insulin oder bestimmten Diabetesmedikamenten sollten Mahlzeiten und Medikamente gut aufeinander abgestimmt sein.
Eine Ernährungsberatung oder Diabetesschulung kann unterstützen.
Regelmäßige Bewegung kann helfen, den Blutzucker zu verbessern und die Selbstständigkeit zu erhalten. Geeignet sind zum Beispiel:
Spaziergänge
Gymnastik
Radfahren
Schwimmen
leichte Kraftübungen
Übungen im Alltag
Die Bewegung sollte zur Belastbarkeit und zu möglichen Begleiterkrankungen passen.
Bei Diabetes können Nerven und Blutgefäße geschädigt werden. Dadurch werden kleine Verletzungen an den Füßen manchmal spät bemerkt und heilen schlechter. Achten Sie auf:
tägliche Kontrolle der Füße
kleine Verletzungen, Druckstellen, Blasen oder Rötungen
gut passende Schuhe
sorgfältiges Abtrocknen der Zehenzwischenräume
regelmäßige Hautpflege
keine eigenständige Behandlung größerer Wunden
Bei Wunden, Entzündungen oder schlecht heilenden Stellen sollte ärztlicher oder podologischer Rat eingeholt werden.
HINWEISE ZUR SELBSTPFLEGE
Diabetes Typ 2
betrifft den Alltag der betroffenen Person und oft auch der An- und
Zugehörigen.
Der Austausch
mit anderen Betroffenen oder Angehörigen kann entlasten. Selbsthilfegruppen,
Diabetesschulungen und Beratungsangebote können helfen, die Erkrankung besser
zu verstehen und im Alltag sicherer damit umzugehen.
Pflegende An-
und Zugehörige sollten auch auf die eigene Gesundheit achten. Hilfreich sind
regelmäßige Pausen, Unterstützung durch Familie, Freunde oder Pflegedienste
sowie das Wahrnehmen eigener Belastungsgrenzen.