SPEZIELLE KÖRPER­PFLEGE

Im Folgenden werden Aspekte der Körperpflege vorgestellt, die „speziell“ sind, da man sie nicht täglich durchführt oder für deren Verrichtung besondere Hilfsmittel oder ein zusätzliches Wissen benötigt werden. Hier sind die Haarpflege, die Ohren- und Augenpflege, das Duschen und Baden, die Nagelpflege, die Katheterpflege als auch die Mundpflege zu nennen.

DUSCHEN UND BADEN

Behindertengerechtes Bad
Behindertengerechtes Bad, Foto: F.W.P. / fotalia.com

Die meisten Menschen lieben es zu duschen oder zu baden, um sich erholt und frisch zu fühlen. Für einen alten, kranken oder geschwächten Menschen ist dies nicht unbedingt der Fall und eine Dusche/ein Bad stellt für ihn eine große Belastung dar.

Folgendes gilt es zu beachten:

Da beide Vorgänge, das Duschen und das Baden, den Kreislauf belasten, sollte man höchstens 15 - 20 Minuten bei max. 38 Grad baden. Haltegriffe sind anzubringen, an denen sich der zu Pflegende festhalten kann. Es empfiehlt sich, eine rutschfeste Matte unterzulegen. Stellen Sie in der Dusche einen Hocker auf, so dass man sich hinsetzen kann. Lassen Sie den zu Pflegenden nicht alleine! Auch hier gilt: Fenster zu! Stellen das Einsteigen in die Wanne oder das Herauskommen ein Problem dar, ist ein Badewannenlifter sehr hilfreich. Dieser wird in die Badewanne montiert. Dies ist bei beinahe allen Badewannentypen möglich. Zur Sicherheit lassen Sie vorher einen Berater aus dem Sanitätshaus kommen, der das richtige Modell für Sie auswählt. Haben Sie eine Verordnung von ihrem Hausarzt, übernimmt häufig die Pflegekasse die Kosten.

NAGEL­PFLEGE

Unterstützung bei der Nagelpflege
Unterstützung bei der Nagelpflege, Foto: spuno / fotalia.com

Nägel sollten kurz und gerade geschnitten werden. Vorsicht ist vor allen Dingen bei Diabetikern geboten: Bei ihnen heilen Wunden sehr schlecht, besonders die an den Zehen! Daher gilt: Lassen Sie die Fußpflege lieber von professionellen Fußpflergern machen. In einzelnen Fällen und bei Prüfung der Indikation übernimmt die Pflegekasse sogar die Kosten für die medizinische Fußpflege (Podologie). Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Pflegekasse.

KATHETER­PFLEGE

KATHETERARTEN

Es gibt verschiedene Katheter zur Urinableitung: den transurethralen (durch die Harnröhre) und den suprapubischen Katheter (durch die Bauchdecke). Falls der zu Pflegende einen Katheter benötigt (Harnverhalt, Vergrößerung der Prostata, bevorstehende große Bauch-OP, fortdauernde Inkontinenz mit Hautläsionen u. a.), ist es ratsam, mit einem Urologen zu besprechen, welcher Katheter gelegt werden soll.

STOMAPFLEGE

Den Umgang mit einem Colostoma bei einem Anus praeter (künstlicher Darmausgang) bekommt man in der Klinik von einer sogenannten „Stoma-Schwester“ gezeigt. Diese zeigt die verschiedenen Materialien und den Umgang damit. Auch nach der Entlassung aus der Klinik ist die Betreuung durch die „Stoma-Schwester“ möglich. Sie versorgt Sie auch zu Hause mit allen notwendigen Materialien. Dies gilt ebenso für das Urostoma (Ableitung des Urins). Bitte erkundigen Sie sich diesbezüglich bei Ihrer Krankenkasse.

OHREN­PFLEGE

Bitte reinigen Sie nie die Ohren eines anderen Menschen mit dem Wattestäbchen! Es besteht Verletzungsgefahr! Nehmen Sie einen warmen Waschlappen und reinigen Sie nur das Äußere des Ohres und nur soweit, wie Sie mit dem Waschlappen kommen.

AUGEN­PFLEGE

Bei der Augenreinigung benutzen Sie bitte ein mit warmem Wasser befeuchtetes fusselfreies Tuch. Die Augen sind stets von außen nach innen zu reinigen. Bitte benutzen Sie keine Kamille, da diese die Augen reizen könnte!

HAAR­PFLEGE

In der Regel sollten die Haare einmal wöchentlich gewaschen werden. Bei vollständiger Bettlägerigkeit des zu Pflegenden kann ein transportables Haarwaschbecken vom Hausarzt verordnet oder von einem Pflegedienst ausgeliehen werden. Kurze Haare erleichtern die Pflege.

MUND­PFLEGE

Eine regelmäßige Mundpflege ist dringend anzuraten, das heißt, dass nach jedem Essen die Zähne zu putzen sind bzw. bei Gebissträgern der Mund auszuspülen ist. Gebissträger sollten das Gebiss nur zum Reinigen rausnehmen und danach gleich wieder einsetzen. Auch über Nacht sollte das Gebiss getragen werden, da sich sonst der Kiefer leichter verformen kann.

Bei Menschen mit Schluckstörungen oder erschwerter Nahrungsaufnahme über den Mund, sollte man dennoch den Mund regelmäßig befeuchten. Am besten eignet sich hierfür eine feuchte Kompresse oder ein Wattestäbchen. Die Befeuchtung kann mit Wasser erfolgen. Es können jedoch auch verschiedene Teesorten genutzt werden. Bitte vergessen SIe die Lippenpflege nicht!