DIE BE­GUT­ACHTUNG DER PFLEGEBEDÜRFTIGKEIT

Wenn Sie gut vorbereitet sind, kann die Begutachtung schnell und zielführend verlaufen.

Die Einschätzung der Pflegebedürftigkeit übernimmt der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) im Auftrag der Pflegekassen. Der MDK kommt zu Ihnen nach Hause. Damit alle Beteiligten anwesend sein können, sollten Sie zuvor mit dem MDK einen passenden Termin vereinbaren. Der MDK kommt dafür auf Sie zu.

WAS KÖNNEN SIE FÜR DIE BEGUTACHTUNG VORBEREITEN?

  • Legen Sie die aktuellen Arzt- und Krankenhausberichte (wenn vorhanden), die verordneten Medikamente/den Medikamentenplan, eine Liste der verfügbaren Hilfsmittel und – falls ein Pflegedienst Leistungen erbringt – die Pflegedokumentation bereit.
  • Überlegen Sie vorab, was Ihnen in Ihrem Alltag besondere Schwierigkeiten macht. Wobei benötigen und wünschen Sie Unterstützung in Ihrem Alltag? Was können Sie in Ihrem Alltag selbständig ausführen?
  • Bitten Sie den Menschen, der Sie hauptsächlich pflegt oder Ihre Situation besonders gut kennt, beim Hausbesuch anwesend zu sein. Falls Sie einen Bevollmächtigten oder einen gesetzlichen Betreuer haben, informieren Sie ihn bitte über den Hausbesuch.

IHR RECHT AUF EINE ZEITNAHE BEGUTACHTUNG UND MEHR INFORMATIONEN

  • Wenn die Pflegekasse die Entscheidung zu Ihrem Antrag nicht innerhalb 25 Arbeitstagen (Montag bis Freitag, ohne gesetzliche Feiertage) treffen kann, haben Sie Anspruch auf Zahlung einer Pauschale von 70,00 EUR pro begonnener Woche ohne Bescheid (Verzögerungsgebühr).
  • Sie erhalten eine Kopie des erstellten Gutachtens. Darüber hinaus informiert Sie die Pflegekasse, wenn im Ergebnis der Begutachtung eine Rehabilitation, Hilfsmittel, Umbaumaßnahmen und/oder Maßnahmen zur Prävention empfohlen werden.

DIE PFLEGEGRADE

Bei der Beurteilung der Pflegebedürftigkeit geht es um die Frage, wie gut jemand noch allein den Alltag bewältigen kann und wobei er Unterstützung benötigt. Der Grad der Selbständigkeit steht dabei im Fokus. Neben physischen finden auch kognitive, psychische und soziale Problemlagen Berücksichtigung.

Informationen zu Einzelheiten der Pflegebegutachtung finden Sie unter dem Menüpunkt: Der Pflegebedürftigkeitsbegriff.

AKTUELLE INFORMATIONEN ZUR EINDÄMMUNG DER INFEKTIONEN MIT DEM NEUARTIGEN CORONAVIRUS (COVID-19)

Mit dem Covid-19-Krankenhausentlastungsgesetz, welches am 28.03.2020 in Kraft getreten ist, hat der Gesetzgeber festgelegt, dass bei den Begutachtungen durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) bis zum 30.09.2020 auf die eigentlich notwendige vor-Ort-Begutachtung verzichtet werden kann. Stattdessen führt der MDK die Begutachtung telefonisch durch.

Unser Tipp: Geben Sie bei der Antragstellung möglichst gleich eine Telefonnummer mit an, unter der Sie der MDK für die telefonische Begutachtung erreichen kann. Wir empfehlen Ihnen außerdem, dass Sie zur Begutachtung alle wichtigen aktuellen Befunde/medizinischen Berichte und den Medikamentenplan bereit halten. Sie sollten ebenfalls eine Vertrauensperson bei der telefonischen Begutachtung an Ihrer Seite haben, die über Ihre Pflegesituation informiert ist und Auskünfte erteilen kann.

Die Bearbeitungsfrist von 25 Arbeitstagen und die Zahlung einer Verzögerungsgebühr wurden gesetzlich für alle Anträge ausgesetzt, die in der Zeit vom 01.02.2020 bis 30.09.2020 gestellt wurden, bzw. werden. Für alle eilbedürftigen Anträge muss jedoch die Bearbeitungsfrist von 25 Arbeitstagen eingehalten werden. Es handelt sich dabei um Erstanträge auf Pflegesachleistungen (ohne dass andere Pflegepersonen benannt sind) und Erstanträge auf vollstationäre Pflegeleistungen.