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Mangelernährung

Leerer Suppenteller mit Löffel
Leerer Suppenteller mit Löffel

„Essen hält Leib und Seele zusammen“ - aber was passiert, wenn das Essen nicht mehr schmeckt. Dann kommt es unweigerlich dazu, dass man Gewicht verliert und ggf. mangelernährt ist.

Für den Begriff Mangelernährung gibt es verschiedene Definitionen. Eine schlüssige Erläuterung findet sich in den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin, hier heißt es „... ein anhaltendes Defizit an Energie und/oder Nährstoffen im Sinne einer negativen Bilanz zwischen Aufnahme und Bedarf mit Konsequenzen und Einbußen für Ernährungszustand, physiologische Funktionen und Gesundheitszustand“.

Ein Erwachsener gilt als untergewichtig, wenn er einen Body-Mass-Index (BMI) von unter 18,5 hat. Ein Wert zwischen 18 – 25 gilt als Normalgewicht. Da sich das Geschmacks- und Geruchsempfinden und der Appetit im Alter ändern, ist die Gefahr einer Mangelerernährung auch höher.

Kennzeichen

Zu erkennen ist eine Mangelernährung meist erst, wenn bereits deutlich Gewicht verloren wurde, durch Gewichtskontrollen oder beispielsweise "hängende" Kleidung (zu große Kleidungsstücke). Auffälliges Essverhalten, wie Ablehnen von Mahlzeiten, einseitige Ernährung oder Hautveränderungen können auf eine Mangelernährung hinweisen.

Risikofaktoren

  • Krankheiten (Infektionen, Krebs, Parkinson o. ä.)
  • Demenz
  • fehlende Bewegung
  • Nebenwirkung von Medikamenten
  • Schluckbeschwerden
  • Zahnstatus, schlecht sitzender Zahnersatz
  • Vereinsamung/Depressionen
  • Versorgungsdefizite
  • erschwerte selbstständige Nahrungsaufnahme durch motorische Defizite

Mögliche Folgen

  • Kraftminderung und Muskelabbau
  • Erhöhung des Sturzrisikos
  • geschwächtes Immunsystem
  • Risiko von Infektionskrankheiten steigt
  • Mangelerscheinungen
  • beeinträchtigte Darmfunktion
  • ggf. gestörte Wundheilung

Maßnahmen

  • Ursachen abklären
  • Arzt informieren
  • Gewichtskontrollen
  • Ernährungstagebuch führen

In erster Linie geht es darum, einer weiteren Gewichtsreduktion vorzubeugen oder sogar eine Gewichtszunahme zu erreichen. Die individuell erforderlichen Maßnahmen richten sich nach den jeweiligen Ursachen. Auch hier soll der Betroffene so selbständig wie möglich sein. Seine Wünsche und Vorlieben haben Priorität und bestimmen die Zeit, die Menge und die Dauer der Mahlzeiten.

Beispiele zur Erleichterung der Nahrungsaufnahme

  • Schlecht sitzende Zahnprothesen erschweren das Kauen: Eine Maßnahme wäre die Vorstellung beim Zahnarzt zur Prothesenanpassung oder ggf. der Einsatz von Haftcreme oder Haftpulver.
  • Fortgeschrittene Demenz: Hier kann der Betroffene häufig das Besteck nicht mehr richtig einsetzen. Geeignet wäre hier Fingerfood (kleine Nahrungsstücke), die mit den Händen gegessen werden können.
  • Der Betroffene kann das Besteck nicht halten, kann seine Hände nicht richtig einsetzen, zittert oder kann die Finger nur eingeschränkt benutzen: Hier bieten sich Hilfsmittel zur selbständigen Nahrungsaufnahme an (z. B. Trinkbecher mit Deckel, Besteck mit Griffverstärkung, Teller mit Tellerranderhöhung o. ä.).
  • Schluckbeschwerden: Sie treten häufig nach Schlaganfällen auf. Die Betroffenen können Flüssigkeiten oder Suppen zu sich nehmen. Die Flüssigkeiten können mit einem „Andickungspulver“ oder Stärkepulver geschmacksneutral angedickt werden, dadurch fällt das Schlucken häufig leichter.
  • Einsatz von hochkalorischer Zusatznahrung: Bei einigen Diagnosen kann spezielle Trinknahrung durch den Arzt verordnet werden.
  • Zu geringe Nahrungsmengen: Wenn die Menge der zugeführten Nahrung zu gering ist, kann durch Anreichern der Nahrung mit Butter, Zucker, Sahne o. ä. nachgeholfen werden. So kann die Kalorienanzahl der „kleinen“ Mahlzeit erhöht werden.
  • Geschmackssinn lässt nach: Je nach Wunsch könnten hier Gewürze helfen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei den Ernährungsberatern der Krankenkassen.