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Nächste Pflegekurstermine

Informationen zu den nächsten Pflegekursterminen finden Sie hier.

Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen

Voraussetzungen und Höhe der Leistungen

Alle Pflegebedürftigen in häuslicher Pflege  können ergänzend zu den regulären ambulanten Pflegeleistungen (Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Kombinationsleistungen, teilstationäre Pflegeleistungen) zusätzliche Betreuungs-/Entlastungsleistungen erhalten. Hierfür steht ein Budget von 104,00 EUR monatlich zur Verfügung. Hat der Medizinische Dienst der Krankenversicherung eine Einschränkung der Alltagskompetenz in erhöhtem Maße festgestellt, können die Betreuungs- und Entlastungsleistungen bis zu 208,00 EUR monatlich genutzt werden.

Ab dem 01.01.2017 steht für alle Pflegebedürftigen der Pflegegrade 1 bis 5 einheitlich ein Budget in Höhe von 125,00 EUR monatlich zur Verfügung.

Pflegebedürftige, die bis 31.12.2016 Anspruch auf den erhöhten Betrag (208,00 EUR monatlich) hatten, haben ab 01.01.2017 ggf. einen Anspruch auf einen Zuschlag in Höhe von 83,00 EUR zum Entlastungsbetrag. Voraussetzung ist, dass die Höchstleistungsansprüche für die Pflegesachleistung, das Pflegegeld und die Tages-/Nachpflege ab dem 01.01.2017 nicht jeweils mindestens 83 Euro höher sind als im Vergleich zu den Leistungssätzen in 2016. Dies betrifft jedoch nur die Pflegebedürftigen, die bis zum 31.12.2016 Pflegesachleistungen im Rahmen der Härtefallregelung erhalten (1.995,00 EUR monatlich) und gleichzeitig eine erhöhte Einschränkung in der Alltagskompetenz vorliegt. Diese Versicherten erhalten von ihrer Pflegekasse dazu eine besondere Mitteilung im Überleitungsbescheid zum Ende des Jahres 2016. 

Den sogenannten Besitzstand sollen nachfolgende Beispiele verdeutlichen:

Pflegegeldbezieher in der Pflegestufe I mit erhöhter Einschränkung in der Alltagskompetenz

 Höchstleistungsansprüchebis Dezember 2016ab Januar 2017 
 Pflegegeld 316,00 EUR 545,00 EUR

Pflegebedürftige der Pflegestufe I mit mindestens erheblicher Einschränkung in der Alltagskompetenz werden in den Pflegegrad 3 übergeleitet. Die Differenz zwischen dem Pflegegeldanspruch bis Dezember 2016 und ab Januar 2017 beträgt 229,00 EUR. Da diese Differenz größer ist als 83,00 EUR, ist kein Zuschlag auf den Entlastungsbetrag zu zahlen. Die höhere Pflegegeldzahlung kompensiert die Reduzierung der Leistungen beim Entlastungsbetrag.

Pflegesachleistungsbezieher im Rahmen der Härtfallregelung in der Pflegestufe III mit erhöhter Einschränkung in der Alltagskompetenz:

Höchstleistungsansprüche bis Dezember 2016 ab Januar 2017 
 Pflegesacheistung 1.995,00 EUR 1.995,00 EUR

Pflegebedürftige der Pflegestufe III im Rahmen der Härtefallregelung mit mindestens erheblicher Einschränkung in der Alltagskompetenz werden in den Pflegegrad 5 übergeleitet. Die Differenz zwischen dem Pflegegeldanspruch bis Dezember 2016 und ab Januar 2017 beträgt 0,00 EUR. Da diese Differenz nicht mindestens größer ist als 83,00 EUR, wird ein Zuschlag auf den Entlastungsbetrag in Höhe von 83,00 EUR gezahlt.

Welches Verfahren gilt für die Auszahlung der Betreuungs-/Entlastungsleistungen?

Die Kosten für die nötigen Maßnahmen werden nach Vorlage der Rechnungen für die anerkannten Betreuungs-/Entlastungsangebote von der Pflegekasse erstattet. Allerdings ist der Betrag zweckgebunden, z. B. für bestimmte Betreuungs-/Entlastungsangebote.

Was sind zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen?

Über das Budget der zusätzliche Betreuungs-/Entlastungsleistungen können folgende Angebote genutzt werden:

  • Aufstocken der Regelleistung Kurzzeitpflege oder Erstattung von Eigenanteilen im Rahmen der Kurzzeitpflege,
  • Aufstocken der Regelleistung teilstationäre Pflege oder Erstattung von Eigenanteilen im Rahmen der teilstationären Pflege,
  • besondere Leistungen der allgemeinen Anleitung und Betreuung oder Angebote der hauswirtschaftlichen Versorgung von ambulanten Vertragspflegediensten (keine Leistungen der Grundpflege),
  • niedrigschwellige Betreuungs-/Entlastungsleistungen (das sind Angebote von Leistungserbringern, die eine spezielle Anerkennung nach dem jeweiligen Landesrecht haben).

Welche Leistungserbringer konkret in Ihrer Region mit welchen Angeboten verfügbar sind, kann Ihnen Ihre Pflegekasse sagen. Informationen hierzu halten auch die Pflegestützpunkte bereit.

Gut zu wissen

Restbeträge aus dem Budget der zusätzlichen Betreuungs-/Entlastungsleistungen, die am Ende eines Kalenderjahres noch nicht verbraucht sind, können in das Folgejahr übertragen werden und noch bis zum 30.06. genutzt werden.

Lassen Sie Ihre Leistungen nicht verfallen! Ihre Pflegekasse kann Ihnen Auskunft darüber geben, welche Ansprüche konkret verfügbar sind.

Verwendung des Pflegesachleistungsbetrages für niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote

Pflegebedürftige der Pflegestufen I bis III und Anspruchsberechtigte in der sogenannten Pflegestufe 0 können zusätzlich  bis zu 40 % des Pflegesachleistungsbetrages für nach Landesrecht anerkannte niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsleistungen nutzen, soweit für die entsprechenden Leistungsbeträge keine ambulanten Pflegesachleistungen bezogen wurden.

Unser Tipp:

Lassen Sie sich hierzu von der Pflegekasse oder einem Pflegestützpunkt beraten. Dies ist wichtig, um die jeweiligen Auswirkungen auf die Höhe des Pflegegeldes zu kennen.