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Krebserkrankungen

Krebs ist kein angenehmes Thema. Krebs macht uns Angst. Krebs macht uns betroffen und oft auch hilflos. Krebs macht uns die Vergänglichkeit des Lebens deutlich und fordert uns bei der Begleitung eines krebskranken Menschen stark heraus, bringt uns an unsere Grenzen. Um einen kranken Menschen begleiten zu können ist es hilfreich, seine eigenen Ängste genauer zu kennen, einiges an Wissen zu haben, um ein kompetenter und umsichtiger Partner zu sein.

Was ist Krebs?

Unter Krebs versteht man das unkontrollierte Wachstum von Körperzellen. Umliegendes gesundes Gewebe wird dabei verdrängt oder zerstört.

Jedes Organ des menschlichen Körpers kann von Krebs befallen werden.

Krebs ist nach den Herz-Kreislauferkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland.
Dennoch ist nicht jeder Krebsverlauf tödlich. Die derzeitige Heilungsrate bei Krebserkrankungen beträgt 30 bis 40 %; dabei gibt es für einige Krebsarten fast sichere Heilungschancen, für andere praktisch keine.

Wie entsteht Krebs?

Krebs entsteht im menschlichen Körper als Fehler bei der Zellteilung. Jeden Tag sterben in unserem Körper Millionen von Zellen ab und es entstehen dafür neue, indem eine absterbende Zelle sich vorher teilt. Bei jeder Teilung gibt sie die Erbanlagen an die neu entstehende Zelle weiter. Wenn bei diesem höchst komplizierten Prozess – dem sogenannten Zellzyklus – etwas schief läuft, können entartete Zellen entstehen, die entweder einfach absterben oder aber sich weiter teilen und immer weitere entartete Zellen entstehen lassen. Diesen Klumpen falscher Zellen nennt man Tumor.

Gutartigkeit/ Bösartigkeit

Tumore können gutartig oder bösartig sein. Gutartige Tumore sind Zellwucherungen, die das umliegende Gewebe zwar verdrängen aber nicht zerstören.

Bösartige Tumore

  • zerstören das umliegende Gewebe,
  • wachsen förmlich in das angrenzende Organ hinein und infiltrieren es,
  • neigen dazu, Tochtergeschwülste zu bilden, die sogenannten Metastasen (dabei löst sich aus dem ursprünglichen Tumor (Primärtumor) eine Zelle, die über das Blut oder Lymphsystem weggeschwemmt wird und ich an einer anderen Stelle im Körper ansiedelt).

Gutartige Tumore

Gutartige Tumore kann man besser operativ entfernen, da sie deutlicher abgegrenzt sind als die bösartigen.

Es gibt schnell wachsende und weniger schnell wachsende Tumore. Es gibt auch Krebserkrankungen, die keine soliden, festen Tumore bilden, wie z. B. der Blutkrebs (Leukämie) oder der Lymphkrebs (Lymphom, Morbus Hodgkin).

Krebsauslöser

Das Entstehen eines Tumors kann durch viele Faktoren begünstigt werden.

Äußere Faktoren (exogen)

Äußere Faktoren (exogen), die diskutiert werden, sind:

  • verminderte Aufnahme von Mikronährstoffen, wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente
  • vermehrter Konsum von Alkohol und Nikotin
  • Schadstoffe in Nahrungsmitteln,
  • Umweltgifte/mutagene Chemikalien (Dioxin, Chloroform u. a.),
  • energiereiche Strahlung, darunter Radioaktivität, ultraviolettes Licht und Röntgenstrahlen,
  • bestimmte Viren (HIV-Viren, Eppstein-Barr-Virus, Hepatitis-B und -C-Viren, der Humanpapilloma-Virus u. a.)

Innere Faktoren (endogen)

Innere Faktoren (endogen) sind:

  • Stress (beruflich, privat, psychisch ...)
  • seelische Belastungen (Trauer u. a.)

Bestimmte Formen von Kreb sind erblich, wie z. B. Brustkrebs, Darmkrebs u. a.

Krebsvorbeugung

Zur Vorbeugung einer Krebserkrankung werden im Folgenden Aspekte einer gesunden Lebensweise aufgeführt.

  • das Rauchen einstellen
  • Alkoholgenuss verringern (Bier, Wein, Spirituosen)
  • falsche Ernährung vermeiden (täglicher Verzehr von frischem Obst und Gemüse sowie ballaststoffreichen Getreideprodukten)
  • Vermeidung von Übergewicht (viel körperliche Bewegung - wenig fettreiche Nahrungsmittel)
  • nichts Angebranntes oder Verschimmeltes essen
  • Vermeidung von zu viel Sonnenlicht, übermäßiger Sonnenbestrahlung und Sonnenbränden
  • genaueste Einhaltung von Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften beim Umgang mit Substanzen, die als krebserregend eingestuft werden
  • Vermeidung von radioaktiver Bestrahlung
  • seelische Belastungen ernst nehmen und sich aktiv Hilfe holen (Psychotherapie, Trauergruppen, Gespräche im Freundeskreis u. a.)

Früherkennung

Eine wichtige Bedeutung kommt der Früherkennung zu. Die Früherkennung ist nicht primär Aufgabe des Arztes, sondern jedes einzelnen Menschen! Daher wird eine gute Beobachtung des eigenen Körpers empfohlen. Veränderungen sind ernst zu nehmen und dem Arzt zu melden.

Symptome bei anfänglichem und fortgeschrittenem Krebsleiden

Anfangs bereitet eine Krebserkrankung meist keine Beschwerden.

Symptome im Verlauf

Im Verlauf kommen häufig folgende Symptome hinzu:

  • Gewichtsverlust
  • Unwohlsein
  • Appetitlosigkeit
  • Müdigkeit
  • evtl. Schwellung oder Schmerzen
  • das subjektive Gefühl, „dass irgendwas nicht in Ordnung ist“, der Körper sich anders anfühlt, anders riecht ...

Symptome bei fortgeschrittener Erkrankung

Bei fortgeschrittenem Krebsleiden nehmen die Beschwerden dann massiv zu und man braucht zunehmend medizinische Versorgung, Pflege, Unterstützung und Begleitung duch Fachleute, Freunde und Angehörige.

Symptome bei metastasierender Erkrankung

Bei Menschen mit einer metastasierenden Krebserkrankung sind die häufigsten Symptome:

  • Erschöpfung und Müdigkeit (Fatigue)
  • Schmerzen
  • Appetitverlust
  • Völlegefühl/Übelkeit
  • Gewichtsabnahme
  • Mundtrockenheit
  • Husten und Atemnot
  • Angst

Nebenwirkungen bei Chemo- und Strahlentherapie

Auch die Chemo- und Strahlentherapien haben starke Nebenwirkungen und machen den Menschen massive Probleme:

Häufigste Nebenwirkungen:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • ungewöhnliche Schwäche und Erschöpfung
  • verstärktes Wasserlassen
  • Durchfälle
  • Infektionen
  • Schlafstörungen
  • schmerzhafte Entzündung der Mundschleimhaut
  • Geschmacksveränderungen → Appetitlosigkeit

Um den krebskranken Menschen zu unterstützen, bedarf es der Hilfe seitens der Medizin und der Pflege. Die Interventionen zielen auf die Linderung der belastenden Symptome und Nebenwirkungen hin.

Therapiemöglichkeiten

Die Entscheidung, welche Therapie angewandt werden soll, wird gemeinsam mit dem Onkologen, dem Facharzt für Krebserkrankungen, besprochen und entschieden. Ein Onkologe arbeitet in einer Klinik oder als niedergelassener Arzt häufig in einer onkologischen Schwerpunktpraxis. Sie werden oft unterstützt von sogenannten Homecare-Ärzten: diese versorgen die Krebspatienten im Endstadium ambulant zu Hause, meist wiederum unterstützt durch ein Pflegeteam.

Die bösartigen Tumore sind die Zielscheibe der Krebsbehandlung. Operation, Chemo-, Strahlen- und Hormontherapie sind etablierte Standardtherapien, die oft in Kombination eingesetzt werden. So wird nach einer OP oftmals noch eine Strahlentherapie durchgeführt, wenn man nicht sicher ist, ob man alle Krebszellen entfernt hat. Andererseits wird manchmal der Tumor durch Bestrahlung zunächst verkleinert, um ihn anschließend operativ zu entfernen.

Zur Unterstützung dieser konventionellen Therapieformen gibt es noch ergänzende Therapiemöglichkeiten, wie z. B. die Misteltherapie. Auch können andere aktive Therapien den Menschen unterstützen, z. B. Heileurhythmie, künstlerische Therapien oder auch Psychotherapie (u. a. durch Onko-Psychologen). Hierbei handelt es sich um Psychologen, die auf das Krankheitsbild Krebs spezialisiert sind und innerhalb von Kliniken oder in Praxen arbeiten.

Supportive Therapie = unterstützende Therapie

Oft kommt die supportive Therapie zum Einsatz, wenn eine Chemotherapie geplant ist, aber der Patient von vorherigen Chemozyklen zu geschwächt ist, so dass ein erneuter Zyklus nicht durchgeführt werden kann. Die supportive Therapie und die Pflege der Menschen mit bösartigen Erkrankungen sind wesentliche Bestandteile der Krebsmedizin und in der Finalphase oft die einzigen Behandlungen mit und an dem krebskranken Menschen.

Sie zielt ab auf:

  • Prävention und Behandlung von Komplikationen und Nebenwirkungen der Krebserkrankung bzw. ihrer Therapie
  • Behandlung sowie Vermeidung physischer und psychischer Probleme
  • Unterstützung bei der Vermeidung und Lösung sozialer Probleme

Die Palliativmedizin mit ihren Palliativstationen bzw. ihrer allgemeinen/speziellen ambulanten palliativen Versorgung (AAPV/SAPV) ist solch eine supportive Therapie. Hier geht es um auf Linderung der Beschwerden ausgerichtete Maßnahmen und Anwendungen.

Dementsprechend ist die supportive Therapie in verschiedene Aufgabenbereiche gegliedert, wie:

  • antiemetische Therapie bei Chemo- und Strahlentherapie (Medikamente, Magensonde/Ablaufbeutel)
  • Fatiguetherapie und Prophylaxe
  • Prophylaxe und Therapie von Infektionen
  • Schmerztherapie
  • Physiotherapie (Atemtherapie, Massagen)
  • Ernährung
  • venöse Zugänge
  • Haut- und Schleimhautpflege
  • psychosoziale Betreuung
  • Rehabilitation

Pflege des krebskranken Menschen

Wenn die Diagnose Krebs gestellt wurde, versucht man abhängig vom Stadium der Erkrankung mit kurativen Möglichkeiten zu behandeln, d. h., die Heilung der Krankheit steht im Vordergrund.

Im weiteren Verlauf, bzw. wenn Heilung nicht möglich war, steht die Linderung der Beschwerden (palliative Versorgung) im Vordergrund. Bei der palliativen Versorgung spricht man häufig auch von der supportiven (unterstützenden) Therapie.

Auch wenn eine Krebserkrankung ohne Aussicht auf Heilung ist, gibt es viele Möglichkeiten der Behandlung und Unterstützung. Oft können Patienten trotz dieser sogenannten palliativen Situation über Jahre ein weitgehend normales, aktives Leben führen. Häufig lässt sich die Erkrankung durch wirksame Behandlungsmöglichkeiten stabilisieren. Schreitet eine Krebserkrankung fort, müssen Betroffene allerdings nicht selten mit einem raschen Wechsel von belastenden Symptomen rechnen. Für sie ist dann eine engmaschige Betreuung wichtig.

Insbesondere wenn Angehörige die Pflege übernehmen, benötigen auch sie in dieser Zeit Unterstützung.

Für das Miteinander können folgende Aspekte hilfreich sein:

  • miteinander sprechen, sich austauschen, Ängste auf beiden Seiten zulassen und darüber reden
  • Trauer zulassen, gemeinsam trauern
  • Ruhe in die Beziehung bringen
  • gehen lassen, nicht halten
  • klären, was noch erledigt werden muss
  • weniger ist manchmal mehr

Wichtige Fragen: Ärztliche Versorgung, Pflege und seelische Zuwendung

Schränkt die Erkrankung den Alltag zunehmend ein, ist es für alle Beteiligten wichtig, die weitere Versorgung zu organisieren. Solange Betroffene selbst in der Lage sind, einen Arzt zu konsultieren, ist meist die Betreuung durch Hausarzt und Fachärzte vor Ort möglich. Sie können bei Bedarf weitere unterstützende Einrichtungen vor Ort nennen, zum Beispiel Pflege- oder Palliativ- und Hospizdienste. Angebote der Unterstützung kommen auch von sozialen Diensten, ambulanten Hospizhelfern und den Kirchen mit ihren ehrenamtlichen Helfern. Stationär behandelte Patienten erhalten vom Sozialdienst der Klinik Hilfe bei der Planung der Entlassung und der späteren Versorgung zu Hause.

Die Ernährung eines krebskranken Menschen

Meist haben Krebskranke im fortgeschrittenen Stadium sehr wenig Appetit; teilweise sogar einen regelrechten Ekel vor Nahrungsmitteln. Daher ist ihnen alles an Essen erlaubt, worauf sie Lust und Appetit haben, d. h. Wunschkost!

Ansonsten gilt:

  • leichte Kost (Kartoffeln, Gemüse ...)
  • Obst aus der Dose (erfrischend, leicht zu schlucken, süß)
  • Eis (kalorienreich und gut zu schlucken)
  • Sauermilchprodukte (Joghurt, Joghurtdrinks ...)
  • kalorienreich und leicht, vitaminreich (Astronautenkost, parenterale Ernährung [über Nacht über den PORT: hochkalorisch und vitaminreich])

Körperpflege bei Krebs

Krebskranke Menschen wollen meist die Körperpflege selber übernehmen, selbst wenn dies über ihre Kräfte geht. Dies ist zu akzeptieren und lediglich bei Bedarf mit kleinen Handreichungen zu unterstützen: